Frankfurter Allee Nord: Bewohner sind unzufrieden

Die Ingenieurin Denise Bock (l.) diskutiert mit den Anwohnern Parkplatzprobleme. (Foto: Wrobel)

Lichtenberg. Auf der 3. FAN-Konferenz wurde den Gästen ein Konzept vorgestellt, das die großen Parkplatzprobleme im Wohngebiet Frankfurter Allee Nord lösen könnte.

Seit über einem Jahr dauern die Diskussionen um die Verkehrs- und Parkraumsituation nördlich der Frankfurter Allee an. Das rund 154 Hektar große Gebiet zwischen Frankfurter Allee, Möllendorffstraße, Rutnik-, Gotlindestraße und Zentralfriedhof ist seit dem Jahr 2011 nicht nur Stadtumbau-, sondern auch Sanierungsgebiet. In den kommenden Jahren sollen insgesamt 60 Millionen Euro an Fördermitteln in die einzelnen Kieze fließen. Ziel ist es, brach liegende Orte wie das ehemalige Ministerium für Staatssicherheit zu entwickeln, aber auch die Verkehrssituation und das Wohnumfeld zu verbessern. Die Anwohner sind eingeladen, über die Projekte, die im Gebiet realisiert werden sollen, mitzureden.

Auf der 3. FAN-Konferenz diskutierten sie am 13. März unter dem Titel "FAN macht mobil" über laufende Projekte in den Bereichen Verkehr, Freiraum und Mobilität. Der Tenor: Viele Anwohner wollen vor allem endlich eine Lösung für das massive Parkplatzproblem.

Schon jetzt sind die Parkmöglichkeiten in den meisten Straßen zu fast allen Tageszeiten äußerst beschränkt. "Es gibt im Gebiet neun Bereiche, wo es zu Konflikten zwischen Anwohnern und Fremdparkern kommt", weiß die Ingenieurin Denise Bock von der Ingenieurgesellschaft "Steinbrecher und Partner", die das Problem mit einem Verkehrs- und Parkraumkonzept zu lösen versucht. Besonders problematisch sei die Situation in der Gotlinde- und Rüdigerstraße, aber auch in der Wotan- und Hagenstraße seien Parkplätze rar.

Konflikte treten zudem in der Fanningerstraße und an der Frankfurter Allee rund um das Sana-Klinikum auf. Dort wollen neben Anwohnern und Angestellten auch die Besucher des Krankenhauses parken. Und auch rund um den S- und U-Bahnhof Lichtenberg fehlen Parkmöglichkeiten, so Planerin Denise Bock. Fazit: Die rund 4500 Parkplätze im Gebiet reichen für das mehr als 14 000 Anwohner zählende Areal bei Weitem nicht aus.

"Es gibt jedoch Lösungen", sagt die Ingenieurin. Sie schlägt vor, einige noch freie Flächen im Gebiet für Parkplätze zu nutzen. So böte sich ein Grundstück im Bereich Gotlinde-, Hagen- und Siegfriedstraße an. Dort wohnen rund 1000 Einwohner, die der Statistik nach 385 Stellplätze benötigten. Am Standort einer alten Kfz-Verkaufsfläche an der Gotlindestraße 39 könnten 126 neue Parkmöglichkeiten entstehen. Und auch eine Mehrfachnutzung der Stellplätze zweier direkt benachbarter Discounter wäre zu prüfen, empfiehlt das Gutachten des Ingenieurbüros.

Zudem schlagen die Stadtplaner vor, mehr Parkplätze in der Nähe der Agentur für Arbeit an der Ruschestraße und Gotlindestraße zu schaffen. Dort gibt es beispielsweise eine Brache, die Raum für 100 neue Stellplätze böte. Zur Diskussion steht aber auch ein Parkraumbewirtschaftungskonzept, das entweder über einen kostenlosen, aber zeitlich begrenzten Aufenthalt per Parkscheibe funktioniert oder über kostenpflichtige Parktickets. "Diese Lösung hat den Vorteil, dass dann der Parksuchverkehr abnimmt", sagt Expertin Denise Bock. Und auch die Anwohner sprachen sich in der Diskussion auf der FAN-Konferenz mehrheitlich für diese Lösung aus.

Für welche Straßen genau eine Parkraumbewirtschaftung in Frage käme, das soll nun jedoch eine weitere Studie zeigen.

Mehr Informationen zur 3. FAN-Konferenz gibt es unter www.stattbau.de.

Karolina Wrobel / KW
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