Kröten und Frösche in Gefahr: Die Naturschutzwacht zählt immer weniger Amphibien

Ist nicht zum Küssen da: ein Frosch. (Foto: Bezirksamt Lichtenberg)

Lichtenberg. Kröten, Frösche und Molche sind durch die klimatischen Veränderungen mitgenommen. Das Umwelt- und Naturschutzamt kämpft um den Erhalt vieler Arten.

Die Knoblauchkröte trägt ihren ungewöhnlichen Namen aus gutem Grund. Denn wer der kleinen Kröte schon mal in den Naturschutzgebieten Malchower Aue oder in den Falkenberger Reiselfeldern zu nahe gekommen ist, konnte ihre Abwehrreaktion bewundern. Sie kann sich nicht nur eingraben oder aufblähen, um Feinde abzuschrecken, sondert sie ein Sekret ab, das übel nach Knoblauch riecht. Der Bezirk Lichtenberg bietet viele Verstecke für die Knoblauchkröte. Das gilt auch für die Wechselkröte.

Doch beide Krötenarten waren noch nie so sehr bedroht, wie heute. Seit 2013 verzeichnen die Naturschutzwächter einen starken Rückgang der Amphibien im Bezirk. Konnten im Feuchtgebiet des Berls an der Zingster Straße im Jahr 2000 noch rund 1000 Amphibien in acht Arten gezählt werden, sank die Zahl der Tiere auf lediglich 30 in fünf Arten. Und im Naturschutzgebiet Falkenberger Rieselfelder wurden 2016 weniger als 100 erwachsene Amphibien gezählt.

Schuld sind die klimatischen Bedingungen. Es gibt viel zu lange Trockenphasen und geringe Niederschläge, besonders im Nordosten Berlins. Viele Teiche und Gewässer liegen so lange trocken, dass Laich und Larven vertrocknen und eine neue Population gar nicht mehr heranwachsen kann. "Geht die Entwicklung in den nächsten Jahren so weiter, dann muss vom Aussterben dieser Arten im Bezirk Lichtenberg ausgegangen werden", so die Prognose. Das Umwelt- und Naturschutzamt kämpft mit zahlreichen Maßnahmen gegen das Artensterben. In der Vergangenheit wurden Brunnen und trockenliegende Gewässer im Landschaftspark Herzberge mit Wasser aufgefüllt.

Doch hier machen den Amphibienrettern die Waschbären einen Strich durch die Rechnung. Die haben in den vergangenen vier Jahren mehrere hundert Erdkröten auf dem Gewissen. Auch wenn der Kampf wie gegen Windmühlen erscheint: "Wir wollen auch in diesem Jahr an der Stabilisierung der Wasserstände im Sinne des Amphibienschutzes festhalten", sagt Umweltstadtrat Wilfried Nünthel (CDU). Zudem wird der Dekra-Pfuhl im Malchower Auenpark nördlich der Tram-Wendeschleife in der Zingster Straße saniert: "Das gerodete Holz wird überwiegend vor Ort verbleiben und beim Bau von Biotopen an der nördlichen Uferböschung weiter verwendet. Damit schaffen wir Unterschlupfmöglichkeiten für die dort ansässige Zauneidechse, die durch das Bundesnaturschutzgesetzt als streng geschützt eingestuft ist." Auch an der Wiederansiedlung des seltenen Laubfrosches wird gearbeitet. Dafür werden die Tiere aus dem Brandenburgischen in die Feuchtgebiete im Bezirk gesetzt. KW
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