Kein Interesse an Gewerbe-Immobilie: Nach langem Leerstand kein Käufer für Möbelhof in Sicht

Vor rund fünf Jahren meldete der Möbelhof Insolvenz an. Seitdem steht die Immobilie leer. (Foto: K. Rabe)
Berlin: Möbelhof Ostpreußendamm 85 |

Lichterfelde. Der Möbelhof am Ostpreußendamm steht seit fast fünf Jahren leer. Das Unternehmen hatte im Jahr 2012 Insolvenz angemeldet. Seither konnte kein ernsthafter Interessent gefunden werden.

Die verwaltende Bank und die Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM) versuchten, das Objekt zu versteigern. Bisher ohne Erfolg. Auch die letzten Versteigerungstermine im November 2016 führten zu keinem Abschluss. Dabei hatte es durchaus Interessenten gegeben, die auch ihre Nutzungsideen vorgestellt haben. Unter anderem sei der Verkauf von Bürostühlen, sportliche Nutzungen, ein Selfstorage-Möbellager und eine Fahrradwerkstatt im Gespräch gewesen, informierte Bürgermeisterin Cerstin Richter-Kotowski (CDU) und reagierte damit auf eine schriftliche Anfrage des SPD-Bezirksverordneten Volker Semler. Seine Fraktion brachte angesichts des großen Bedarfs an Flächen für den Wohnungsbau und des offenbar fehlenden Interesses an der Gewerbeimmobilie eine Änderung des Bebauungsplanes ins Gespräch. In einer schriftliche Anfrage wollte die Fraktion wissen, was das Bezirksamt dazu beiträgt, um die attraktiv gelegene Immobilie einer sinnvollen Nutzung zuzuführen.

Das Bezirksamt hätte nur geringen Einfluss auf die Vermarktungsstrategien der verwaltenden Bank und der BIM, teilte daraufhin Cerstin Richter-Kotowski mit. Das Bezirksamt wolle aber an möglichen Lösungen mitarbeiten. Falls es wirklich keinen Nutzer gibt, der die vorhandenen Möglichkeiten ausschöpft, würde langfristig auch über eine Planänderung nachgedacht werden. Eine solche B-Plan-Änderung hätte der Bezirk schon einmal praktiziert, als das kleine Gewerbegebiet an der Curtiusstraße zu einem Wohnungsbaustandort umgewidmet wurde.

Zum jetzigen Zeitpunkt sieht Richter-Kotowski aber noch keinen Bedarf für eine Änderung des B-Planes. „Der Bezirk verfügt nur über wenige kleine Gewerbegebiete“, sagt sie und betont, dass es einer genauer Prüfung bedarf, ob eine Veränderung zum Wohnen sinnvoll sei. „Ansässige Gewerbebetriebe könnten an diesem Standort nicht bleiben, da sie dann in einem Wohngebiet nicht zulässig wären."

Christian Breitkreutz, Sprecher der BIM, teilte auf Anfrage mit: „Wir befinden uns bei der Liegenschaft in Verhandlungen und können über den laufenden Stand aus Gründen der Vertraulichkeit keine Auskunft geben.“ KaR
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