Parks-Range: Staatssekretär fordert von Anwohnern mehr Verständnis

Staatssekretär Engelbert Lütke Daldrup im Gespräch mit Gerhard Niebergall vom Aktionsbündnis Lanschaftspark Lichterfelde Süd. (Foto: K. Menge)
Berlin: Parks Range |

Lichterfelde. Feinstaubbelastung, klimatische Veränderungen, Verkehrschaos, Lärm während der Bauzeit – das sind die Ängste der unmittelbaren Nachbarn des Mammut-Wohnprojektes am Rande der Parks Range. Ihre Sorgen kamen bei einer Diskussion im Rahmen des Stadtteiltages der SPD-Abgeordneten Irene Köhne zur Sprache.

Auf dem Podium saßen unter anderem der Staatssekretär für Bauen und Wohnen, Engelbert Lütke Daldrup, und Henrik Thomsen, Geschäftsführer der Groth-Gruppe. Sie informierten über den Stand der Entwicklung des Parks-Range Geländes. Die unmittelbaren Anwohner stören sich an der geplanten massiven Bebauung. Neben 600 Reihen- und Doppelhäusern sollen 1900 Wohnungen im Geschosswohnungsbau bis zu sechs Stockwerke hoch gebaut werden. An den Eckpunkten des Areals sind vier Punkthochhäuser mit elf- bis zwölf Stockwerken geplant. Diejenigen, die am Rand der Thermometersiedlung wohnen, würden dann statt bis weit ins grüne Umland nur noch auf ein Häusermeer blicken. „Jeder muss ein Recht auf Wohnqualität haben“, betonte eine Anwohnerin.

Ein weiteres Problem sehen die Bewohner im zunehmenden Verkehr. Schon jetzt käme es im Berufsverkehr zu Staus, erklärte Gerhard Niebergall vom Aktionsbündnis Landschaftspark Lichterfelde Süd. „Selbst wenn die neuen Bewohner die S-Bahn nutzen, wird der Verkehr wesentlich höher sein“, sagte Niebergall. Er fordert ein gründliches und unabhängiges Verkehrsgutachten.

Staatssekretär Engelbert Lütke Daldrup richtete scharfe Worte an die Bürger: „Wir bauen hier keine Wohnungen, um Sie zu ärgern, sondern um Menschen vor der Obdachlosigkeit zu bewahren.“ Laut aktueller Prognosen würden 15 000 neue Wohneinheiten pro Jahr gebraucht. „Akzeptieren Sie das! Alle müssen ein Stück Verantwortung übernehmen“, appellierte er an die Anwesenden. Groth-Geschäftsführer Henrik Thomsen nahm die Ängste der Anwohner ernst. Bis zum Baubeginn können alle Bürger ihre Einwände äußern, informierte er. „Alle Ihre Einwände müssen in den endgültigen Planungen berücksichtigt werden“, sagte Thomsen. „Sie werden nicht übergangen. Sie werden gefragt und einbezogen.“

KM
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