Wolfgang Priewe verlässt das Werkhaus Anti-Rost

Wolfgang Priewe hat sich aufs Altenteil begeben. (Foto: HDK)

Mariendorf. In Mariendorf ist eine Ära zu Ende gegangen. Werkhaus-Anti Rost-Gründer Wolfgang Priewe hat sich nach Brandenburg aufs Altenteil zurückgezogen.

„Der Weg von Bernau zum Werkaus in die Rathausstraße war mir auf Dauer einfach zu weit und auch zu teuer“, so Priewe zur Berliner Woche.

Das ist allerdings nur die halbe Wahrheit zum Rückzug so kurz vor dem 30-jährigen Jubiläum des Anti-Rost-Vereins im Oktober. Der Gründungsvater ist auch von der Entwicklung seines „Babys“ in den letzten Jahren offenbar tief enttäuscht und sagt: „Heute dümpelt das Werkhaus wie ein überall vergleichbarer Seniorentreffpunkt vor sich hin. Das entspricht nicht mehr meiner Vorstellung und deshalb fällt es mir auch nicht schwer, mich von alledem zu verabschieden.“ Und außerdem: „Ich bin jetzt 78 Jahre alt und da ist ja wohl ohnehin ein Generationswechsel fällig.“

1987 hatte Priewe mit Rita Seggermann das Werkhaus in der Rathausstraße 28 für Leute im Alter über 50 Jahre gegründet und Handwerkerdienste für sozial schwache Mitbürger angeboten. Unter der von Priewe ausgegebenen Parole „Man tut etwas für sich und andere und man ist zufrieden“ wurden verschiedene Werkstätten eingerichtet und das Projekt zog schnell weite Kreise. Zum Beispiel gab es Einsätze von Berliner Anti-Rost-Handwerkern im Rentenalter bei sozialen Projekten in Süditalien. Oder das Projekt „Jung und alt für eine Welt“, das Wolfgang Priewe 2004 gemeinsam mit einem Berufsschullehrer mit dem Ziel startete, im afrikanischen Sierra Leone Ausbildungs- und Arbeitsplätze für handwerkliche Berufe, zum Beispiel Schlosser und Schneiderinnen, zu schaffen. Zu diesem Zweck wurde unter anderem eine mobile Schlosserwerkstatt im Container eingerichtet und mit in Mariendorf gesammelten Nähmaschinen nach Sierra Leone verschifft.

Für sein jahrzehntelanges, schier unermüdliches Engagement ist Wolfgang Priewe übrigens schon vor einigen Jahren mit einem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet worden. Mehr geht nicht. Die Berliner Woche wünscht ihm alles Gute im Ruhestand. HDK
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