Bezirksamt will Konflikte mit Häuslebauern vermeiden

Die Wohnhäuser an der Beilsteiner Straße liegen direkt am Gewerbegebiet des früheren Magerviehhofs. (Foto: hari)

Marzahn. Auf dem Gelände des ehemaligen Magerviehhofs liegen Gewerbeeinrichtungen und Wohnhäuser dicht beieinander. Wiederholt kam es zu Reibereien. Mit einem Bebauungsplan und dem Ausbau der Straße Zur Alten Börse will das Bezirksamt die Lage entschärfen.

Der westlich der Beilsteiner Straße gelegene Magerviehhof war ursprünglich komplett ein Gewerbegebiet. 2011 löste das Bezirksamt den östlichen Streifen heraus und begann mit den Planungen für ein Gewerbegebiet und ein Wohngebiet. Das ermöglichte es der Treuhandliegenschaftsgesellschaft (TLG) diesen Bereich zu parzellieren und für den Bau von Einfamilienhäusern zu verkaufen.

Die meisten Häuser stehen inzwischen und die ersten Konflikte wurden in den zurückliegenden beiden Jahren deutlich. Diese entzündeten sich an den Veranstaltungen auf dem Gelände der Alten Börse Marzahn GmbH. Sie hat von der TLG den mittleren Teil des Magerviehhofs gekauft und versucht hier, einen Kulturstandort zu entwickeln.

Veranstaltungen eines von der Alten Börse GmbH ansiedelten Klubs draußen und bis spät in die Nacht hinein riefen die Bewohner der benachbarten neuen Einfamilienhäuser auf den Plan. Unter der Regie des Bezirksamts einigte man sich, dass es keine Veranstaltungen mehr auf den Außenflächen und in der Nähe der Wohnbebauung geben soll. Doch mit der Lösung ist nur ein Konflikt aus der Welt geschafft. Weitere Auseinandersetzungen dürften folgen. Das Gewerbegebiet ist aufgeteilt. Was die Eigentümer nördlich und südlich des Magerviehhofs als konkrete Nutzung planen, ist dem Bezirksamt nur in Teilen bisher bekannt.

Es hat darauf reagiert und einen Bebauungsplan aufgestellt. Er soll die angespannte Lage entschärfen. Am Montag, 19. Oktober, stellte Christian Gräff (CDU), Stadtrat für Wirtschaft und Stadtentwicklung, den Anwohner den Entwurf vor. Er sieht im Kern vor, den Eigentümern ein „Lärmkontingent“ abhängig von der Größe ihrer Gewerbefläche zuzuteilen. Lärm soll dadurch nicht die Wohnnutzung beeinträchtigen. Konkrete Dezibel-Grenzen nannte sein zuständiges Stadtplanungsamt allerdings nicht. Umso größer war die Skepsis der anwesenden Anwohner über diese Ankündigung.

Neben dem Bebauungsplanentwurf stellte Gräff auch Pläne für den Ausbau der Straße Zur Alten Börse vor. Sie durchzieht nahe der Wohnhäuser das Gewerbegebiet und befindet sich in einem erbärmlichen Zustand. Der Stadtrat will die 1,3 Kilometer lange Straße mit Fördermitteln des Bundes in Höhe von 8,5 Millionen Euro ausbauen lassen. Das alte Kopfsteinpflaster soll nur im mittleren Bereich erneuert werden, im Süden und Norden soll eine Bitumendecke den Lärm durch Lkw und andere Fahrzeuge mildern.

Dieser Plan kann nur Realität werden, wenn alle Besitzer der Privatflächen ihren Teil der Straße an das Bezirksamt übergeben. hari
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