Bezirkselternausschuss fordert Neubau und Sanierung von Grundschulen

Eltern klagen darüber, dass wegen der kontinuierlich gestiegenen Schülerzahl an der Kolibri-Grundschule Platzmangel herrscht. (Foto: hari)

Marzahn-Hellersdorf.Noch ist nicht bekannt, wer künftiger Schulstadtrat im Bezirk wird. Was der Bezirkselternausschuss vom künftigen Bezirksamtsmitglied erwartet, hat er in eine fiktive Stellenausschreibung geschrieben.

Die Anforderungen überraschen nicht: Der Stadtrat soll neue Schulen bauen und alte sanieren sowie mehr Lehrer und Erzieher einstellen. Hintergrund der „Stellenausschreibung“ des BEAS sind vor allem die überfüllen Grundschulen.

Ein Beispiel ist die Kolibri-Grundschule an der Schönewalder Straße. Hier hat sich nach Angaben des BEAS die Schülerzahl innerhalb von drei Jahren verdoppelt. Um die Schüler unterzubringen, werde jeder Raum als Klassenraum genutzt, etwa ein Fachraum, in dem eigentlich Hausaufgaben gemacht werden sollten. Ein Teil des Schulhofes sei gesperrt. In der Folge hätten die Kinder noch weniger Bewegungsflächen. Die Zahl der Konflikte zwischen Schülern habe zugenommen.

„In diesem Jahr musste die Schule mehr Kinder aufnehmen als sie könnte", schreibt die Mutter einer Viertklässlerin auf Facebook. Der Speiseraum sei mit 50 bis 70 Plätzen zu klein für 640 Schüler. Um allen Schülern das Mittagessen zu ermöglichen, wurden die Pausenzeiten gestreckt. Die Folge sei, dass die letzten Schüler, die zum Essen kommen, oft nur noch Kartoffeln mit Soße und Gemüse, kein Fleisch mehr bekommen. Dafür habe sich die Zeit bis zum Unterrichtsende verlängert. Überbelegung mit ähnlichen Problemen meldeten an den BEAS auch Eltern aus der Grundschule am Schleipfuhl und aus der Johann-Strauss-Grundschule in Biesdorf.

Die Raumnot wird sich in den kommenden Jahren noch verschärfen. In Hellersdorf fehlen im Schuljahr 2020/21 laut Prognose des Bezirksamtes 800 bis 900 Plätze für Grundschüler, auch in Marzahn-Mitte werden 400 Plätze fehlen. Die aktuellen Planungen des Senats sehen in den Großsiedlungen lediglich vor, die Einschulungsbereiche zu verändern. Dadurch sollen die Schüler besser auf die Grundschulen im Bezirk verteilt werden. Das bedeutet weitere Schulwege für die Grundschüler. „Die notwendigen Schulneubauten müssen jetzt geplant werden“, fordert Norman Heise vom BEAS-Vorstand. hari
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