Die Ausgaben bei den Hilfen zur Erziehung explodieren

Jugend- und Familienstadträtin Juliane Witt (Die Linke) veröffentlichte einen aktuellen Bericht zur Jugendhilfe im Bezirk. Foto: hari (Foto: hari)

Marzahn-Hellersdorf. Die Kosten für die Hilfen zur Erziehung steigen weiter rasant. Das Jugendamt hat kaum Mittel, den Anstieg aufzuhalten.

Hilfen zur Erziehung sollen unter anderem greifen, wenn in einer Familie kaum noch etwas oder gar nichts mehr klappt. Wenn Kinder und Jugendliche nicht mehr zur Schule gehen und Eltern, Lehrer und Erzieher keine Lösung wissen, das Verhalten zu ändern. Das Hauptinstrument des Staates sind in diesem Fall die sogenannten Hilfen zur Erziehung. Diese reichen von regelmäßigen Besuchen von Pädagogen und Psychologen in den Familien, Beratungen in Einrichtungen und Projekten bis zur Unterbringung von Kindern und Jugendlichen in Heimen.

Die Zahl der Fälle ist im Bezirk von 2011 bis 2015 von etwas über 2000 auf über 2800 gestiegen. Im gleichen Maße stiegen die Ausgaben des Bezirks für die Hilfen von gut 44 Millionen auf fast 68 Millionen Euro. Dies geht aus dem aktuellen Jugendhilfebericht des Bezirksamtes hervor. Damit hat der Bezirk in diesem Bereich die mit weitem Abstand höchsten Ausgaben aller Berliner Bezirke.

Die Zunahme von Hartz-IV-Empfängern, der Zuzug von Eltern mit geringer Bildung und Alleinerziehenden und sowie die Flucht aus der Innenstadt in die Großsiedlung verschärfen die Entwicklung. In Hellersdorf-Nord, Spitzenreiter im Bezirk, stiegen die Ausgaben von rund 9,3 Millionen auf 14,6 Millionen Euro, in Mahlsdorf dagegen nur von etwa 800 000 Euro auf rund eine Million Euro.

Den Löwenanteil an den Kosten hat die Unterbringung in Heimen. Sie stiegen von 35,6 auf über 54 Millionen Euro. Auch bei den schweren Hilfefällen liegt der Bezirk, wie in der Vergangenheit, weit über dem Berliner Durchschnitt.

„Die Situation in unserem Bezirk wird auch in Zukunft viel Hilfe erforderlich machen“, erklärt Jugend- und Familienstadträtin Juliane Witt (Die Linke). Das Jugendamt könne lediglich durch bessere Organisation, mehr Mitarbeiter und eine bessere Vernetzung der Maßnahmen eingreifen. Als Beispiel nennt sie die Bildung eines Kriseninterventionsteams. Das Projekt ist mit dem Senat vereinbart, aber es existiert noch nicht. Es soll den Abbruch von ambulanten Hilfen verhindern helfen. hari
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Helmar Lux aus Reinickendorf | 02.11.2016 | 12:07  
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