Mehr Personal in Bürgerämtern bringt kaum Entlastung

Personalausweise auszugeben, das ist nur eine von vielen Aufgaben der Mitarbeiter der Bürgerämter. (Foto: hari)

Marzahn-Hellersdorf. Die drei Bürgerämter im Bezirk erhalten vier neue Mitarbeiter. Allerdings hat die Vereinbarung einen Haken. Der Senat knüpft die neuen Stellen an Bedingungen.

Eine Bedingung ist, dass die Bürgerämter mehr Termine pro Jahr vergeben. Von derzeit 78 000 müssen daraus jährlich 118 000 werden. Das ist ein Anstieg um 50 Prozent. Außerdem sollen sich die Fristen deutlich verkürzen. Bislang vergehen durchschnittlich sechs Wochen zwischen Terminvereinbarung und Besuch. Der Senat will, dass die Bürger nur noch zwei Wochen im Durchschnitt warten müssen.

Allein mit den neuen vier Mitarbeitern lassen sich diese Vorgaben nicht erfüllen. Sie gleichen lediglich einen Teil des Personalmangels aus, der durch erkrankte Mitarbeiter entsteht.

Von den bisher rund 30 Mitarbeitern ist regelmäßig ein Drittel krankgeschrieben. Darin spiegelt sich nicht zuletzt die hohe Belastung wieder, der Mitarbeiter der Bürgerämter an Tresen und Schreibtischen ausgesetzt sind. Jeder Sachbearbeiter hat pro Stunde im Durchschnitt die Anliegen von 5,7 "Kunden" abzuarbeiten. "Grundsätzlich darf sich die Belastung der Mitarbeiter nicht weiter erhöhen", sagt Adolf Herbst, Leiter des Amtes für Bürgerdienste.

Um die Mitarbeiter zu entlasten und Bürgern Wartezeiten zu ersparen, hat das Amt für Bürgerdienste den Terminservice weiter verbessert. Im Internet veröffentlicht es Listen von Anliegen, für die keine Terminvereinbarung notwendig ist. Das betrifft beispielsweise die Annahme von Wohnanträgen oder die Verlängerung von Berlin-Pässen. Wer zum Beispiel eine Wohnung abmelden oder einen Anwohnerparkausweis beantragen will, braucht nicht mehr persönlich ins Bürgeramt zu kommen. Hier genügt, wenn die ausgefüllten Formulare zugesandt werden.

Das Amt prüft weitere Optimierungsmöglichkeiten. Mit neuen Arbeitszeitmodellen könnten die Schalteröffnungszeiten verlängert werden. Auch die Schließung eines Bürgeramtes ist nicht mehr tabu. "Es ist nun einmal so, dass wir bei nur zwei Bürgerämtern die Mitarbeiter effektiver einsetzen und mehr Termine anbieten könnten", erklärt Stephan Richter (SPD), Stadtrat für Bürgerdienste. Im Herbst will er der Bezirksverordnetenversammlung Vorschläge für eine bessere Organisationsstruktur der Bürgerämter vorstellen.


Harald Ritter / hari
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