Anwohner der Kienbergstraße streiten für einen Lebensmittelmarkt

Der Netto-Markt an der Kienbergstraße 21 schloss Mitte Juni. Anwohner wollen wieder einen Markt im Kiez. (Foto: hari)

Marzahn. Mitte Juni schloss der Lebensmittelmarkt an der Kienbergstraße. Seither müssen Anwohner weite Wege zum nächsten Einkaufsmarkt zurücklegen. Zwei Anwohner wollen sich damit nicht abfinden.

In einem Einwohnerantrag an die Bezirksverordnetenversammlung fordern Bernd Grahe und Sylvia Weber, dass ein Lebensmittelmarkt wieder an der Kienbergstraße öffnet. Dafür soll sich das Bezirksamt stark machen. Grahe und Weber haben Antrag und Unterschriftenlisten im Kiez verteilt. Bis Mitte Oktober haben sich schon 100 Anwohner auf den Listen eingetragen. 1000 werden allerdings für einen Einwohnerantrag benötigt, damit die Bezirksverordnetenversammlung einen Beschluss dazu fassen muss.

„Es wohnen hier bereits sehr viele ältere Menschen, die dass mit den Einkäufen so nicht mehr schaffen“, sagt Weber. Viele könnten nicht mehr Auto fahren oder hätten kein eigenes Fahrzeug. Die 47-Jährige kauft für ihre Eltern und ältere Bekannte ein. Sie selbst ist gehbehindert.

Weber wandte sich unter anderem an den für Handel zuständigen Stadtrat für Wirtschaft und Stadtentwicklung, Christian Gräff (CDU). „Von Herrn Gräff habe ich bisher gar keine Antwort bekommen“, erklärt sie.

„Wir hätten den Netto an der Stelle gern behalten“, sagt Gräff auf Anfrage der Berliner Woche. Der Lebensmittler wäre auch gern am Standort geblieben. Allerdings verfolgt der Eigentümer des Grundstücks andere Pläne. Nach Auslaufen des Mietvertrags wolle er Wohnungen an dieser Stelle bauen lassen.

Der Einwohnerantrag geht auf eine Initiative des Linken-Abgeordneten Kristian Ronneburg zurück. Er war in der zurückliegenden Wahlperiode Linken-Fraktionsmitglied in der BVV. „Wir wollen das Bezirksamt in die Pflicht nehmen, zusammen mit dem Eigentümer zu prüfen, ob nicht wenigstens eine Kombination aus Wohnen und Einkaufen möglich ist“, sagt er. Sollte das nicht gelingen, könnte er Bezirk auch nach einer alternativen Fläche suchen und dort die Ansiedlung eines Discounters ermöglichen. hari

Wer den Antrag unterstützten möchte, kann unter anderem im Kreisbüro der Linken, Henny-Porten-Straße 10-12 (Öffnungszeiten Mo 13-17, Di 10-17, Do 13-18 und Fr 10-13 Uhr), im Wahlkreisbüro der Linken-Abgeordneten Manuela Schmidt, Helene-Weigel-Platz 7 (Mo 15-18, Di/Fr 10-12 und Mi 14-16 Uhr) oder im BVV-Büro, Helene-Weigel-Platz 6 (Mo 16-18, Di 9-12, Mi 15-17, Do 15-18 Uhr) seine Unterschrift leisten oder die unterschriebene Liste abgeben.
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