Frischer Wind für den Automarkt

Zurück in die Zukunft: Der neue Porsche 911 kommt als Targa-Version und trägt wieder einen klassischen Bügel, der an den Ur-Elfer erinnert. (Foto: Porsche)

Neue Cabrios und Roadster kommen meist zu Beginn der warmen Jahreszeit auf den Markt. In diesem Jahr sind darunter viele Luxusmodelle.

So bringt Porsche den neuen 911 zu Preisen ab 109 338 Euro wieder als Targa. Ferrari renoviert den California, und pflanzt ihm einen Turbomotor ein. Und auch die neue Chevrolet Corvette fährt in ihren ersten Cabrio-Sommer, wie auch die offene Neuauflage des Ford Mustang.

Zudem starten auch viele neue Großstadtzwerge mit Sommer-Top. Egal ob Renault Twingo, Peugeot 108, Citroën C1 oder Toyota Aygo - sie alle gibt es auf Wunsch mit einem Faltdach aus Stoff statt mit Blechdach. Auch Opel reicht eine Open-Air-Version des kleinen Adam nach. Allerdings wird hier noch eine Prise SUV ins Konzept gemischt.

In der Mittelschicht stehen für diese Saison nur die Premieren des Audi A3 Cabrio und des offenen 4er von BMW ins Haus. Beide Autos werden als vollwertige Viersitzer angepriesen, doch während der kompakte Audi ein Stoffdach hat und nach Werksangaben mindestens 31 700 Euro kostet, gehört der BMW schon zur Mittelklasse und kostet in der Basis 46 300 Euro. Dafür fährt er mit einem Klappdach aus Kunststoff und Blech vor.

Längst ist die Konstruktion der Verdecke zu einer Leistungsschau der Mechanik geworden. Wo es früher bessere Zeltplanen und ein mechanisches Gestänge gab, surren jetzt Elektromotoren, pumpen Hydrauliken und klappen Scharniere, wenn Autos die Hüllen fallen lassen.

Dabei reicht das Programm von den einfachen elektrisch bedienten Rolldächern bei Kleinwagen wie dem Renault Twingo oder dem Opel Adam Rocks bis zu filigranen Hebekonstruktionen wie beim neuen BMW 4er. Aber das mit Abstand spektakulärste Hydraulik-Ballett dieser Saison tanzt im Nacken der Porsche-911-Fahrer. Wenn sie im neuen Targa auf die entsprechende Taste drücken, öffnet sich mit dem Verdeckkastendeckel auch die gläserne Heckscheibe, bevor zwei Klappen im Überrollbügel Platz machen und sich das Stoffverdeck wie ein Z hinter die Rücksitze legt.

Dabei hat sich im Vergleich zur Jahrtausendwende der Markt für Open-Air-Modelle merklich abgekühlt, klagt BMW-Vertriebschef Ian Robertson. In Europa hätten die Autokäufer in Zeiten der Krise vernünftigere Fahrzeuge vorgezogen. Und in den Boom-Märkten in Asien sei es genau wie in vielen Teilen Amerikas schlicht zu heiß oder zu schwül für offene Autos, weshalb sich dort nur vergleichsweise kleine Volumen erzielen ließen. Doch zumindest vorerst muss man um die Frischluftzufuhr nicht fürchten. Denn mit offiziell avisierten Modellen wie dem Nachfolger des Mazda MX-5 und seinem neuen italienischen Ableger Alfa Spider, einem neuen Mini-Cabrio, den Cabrios von Mercedes C- und S-Klasse und vom Toyota GT86 wird auch im nächsten Modelljahr eine steife Brise durch die Autowelt wehen.


dpa-Magazin / mag
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