So kommt der Autolack gut durch den Winter

Wer sein Fahrzeug zu oft in die Waschanlage fährt, strapaziert gerade im Winter den Autolack. Besser ist eine gelegentliche manuelle Wäsche. (Foto: Markus Scholz)

Der Winter ist für den Autolack ein echter Härtetest. Gefährlich sind zum Beispiel kleine Steinchen, die gegen das Auto geschleudert werden: Dadurch können feine Risse entstehen, die bis aufs Blech reichen. Die Folge ist Rost. Streusalz beschleunigt die Korrosion.

"Salz und Salzwasser dringen bis in die entlegensten Ecken vor. Der Lack sollte daher im Winter möglichst oft mit viel sauberem Wasser vom Salz befreit werden", empfiehlt Sascha Pfeffer vom Lackhersteller Standox. Gerade nach längeren Fahrten, bei denen salzhaltiges Wasser ans Auto spritzt, sollte mit der Frischwasserdusche nicht zu lange gewartet werden, die Autos am besten in einer Waschbox bekommen. Von zu häufigen Fahrten in die Waschanlage rät Pfeffer dagegen ab. "Dort werden Reinigungsprozesse, die bei einer gründlichen Handwäsche durchaus ein bis zwei Stunden dauern, in acht Minuten durchgeführt." Die Bürsten und eingesetzten Chemikalien seien "eine echte Herausforderung für den Autolack".Guten Schutz für Autolack im Winter bietet eine Politur mit anschließender Versiegelung. "Die Politur frischt den Lack auf, indem kleine Kratzer und Oberflächenstörungen entfernt werden", erklärt Pfeffer. Eine Wachsversiegelung weist Schmutzpartikel und Wasser ab.

Einige Besonderheiten sind bei der Pflege mattlackierter Autos zu beachten. Denn die Polier- und Wachstipps gelten hier nicht. "Mattlacke sind im Prinzip an der Oberfläche rau. Werden sie poliert und gewachst, beginnen auch sie zu glänzen", erklärt Volkmar Stenzel vom Fraunhofer Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung (IFAM).

"Bei einem Glanzlack können Sie einen Lackfehler problemlos ausbessern, bei einem Mattlack ist das fast unmöglich", nennt Pfeffer ein weiteres Problem. Denn die nachgebesserte Stelle sei auch bei sorgfältiger Arbeit immer sichtbar. Dafür fallen Verschmutzungen an mattem Autolack nicht so schnell auf.

Seit gut zehn Jahren verfügen immer mehr Klarlacke über den sogenannten Reflow-Effekt. "Diese Lacke sind trotz ihrer Festigkeit besonders elastisch. Kleinere oberflächliche Kratzer verschließen sich mit der Zeit von selbst", erläutert Forscher Stenzel. Erreicht werde dies durch unterschiedliche Bindemittel. Daneben bringe die Industrie immer wieder neue Harze auf den Markt, die Lackoberflächen effektiv vor Winterdreck und anderen schädlichen Einflüssen schützen. Ein Pflegemittel für Mattlacke ist hingegen noch nicht in Sicht.


dpa-Magazin / mag
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