Wie 3D-Klang im Auto funktioniert

Im „Audi Q7 sound concept“ sind die Lautsprecher etwas höher angebracht als sonst. Das soll für ein möglichst natürliches Klangbild sorgen. (Foto: Audi)

Teure Soundsysteme mit über 1000 Watt Verstärkerleistung und zahlreichen Lautsprechern sind in Autos keine Seltenheit mehr. Neu ist dagegen die Idee vom 3D-Klang im Auto.

Ein Vorreiter dieser Entwicklung ist zum Beispiel Audi: Die Firma stellte auf der Elektronikmesse CES in Las Vegas in einem Q7 ein 3D-Soundsystem vor, das Audi gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen (IIS) in Erlangen entwickelt hatte.Im Grunde handelt es sich bei 3D-Sound um einen erweiterten Surround-Klang, wie Oliver Hellmuth, Leiter des Bereichs Automotive beim IIS erläutert: "Bei herkömmlichen Soundsystemen sind Lautsprecher in einer einzigen Höhe angebracht." Dabei entstehe ein 2D-Sound: Simuliert werde eine Bühne vor dem Zuhörer, von der Instrumente und Sänger zu hören sind. "Die dritte Dimension wird durch Lautsprecher in Ohr- oder Dachhöhe realisiert."

Im "Audi Q7 sound concept" wurden dazu vier spezielle Lautsprecher integriert, darunter zwei Hochtöner im obersten Bereich der Dachsäule. "Das Klangbild wird um Schallreflexionen ergänzt, die von der Decke kommen", so Hellmuth. Wie im Konzertsaal. Auch dort hallen Instrumentenklänge und Gesang von oben wider. "Mit dem 3D-Klang nähert man sich sukzessive der Realität an."

Das 3D-Soundsystem mit 23 Lautsprechern und 1400 Watt Leistung will Audi 2014 auf den Markt bringen. Es basiert auf einer Anlage von Bang & Olufsen, die für den Q7 schon jetzt erhältlich ist. Und für die neue S-Klasse von Mercedes können Kunden vom Audio-Spezialisten Burmester eine 3D-Anlage mit 24 Lautsprechern und 1540 Watt Verstärkerleistung ordern. Für den 3D-Effekt sorgen drei in den Dachhimmel integrierte Lautsprecher.

Eine weitere Neuerung bei Mercedes ist das sogenannte Frontbass-System, bei dem das 40-Liter-Volumen von Quer- und Längsträgern als Resonanzraum genutzt wird. Konventionelle Basslautsprecher in den Türen - oft Quell störender Vibrationen - entfallen. Damit wollen die Mercedes-Ingenieure ein typisches Problem behoben haben, wenn es um den optimalen Sound im Auto geht.

Noch sind die Anlagen allerdings teuer: Mercedes verlangt für sein 3D-Surround-Soundsystem von Burmester 7497 Euro Aufpreis. Auch Audi-Sprecher Strohbach erwartet für das kommende Konkurrenz-System "eine Welt für sich - bei Sound und Preis". Schon die Anlage von Bang & Olufsen ohne dritte Klangdimension kostet ab 5350 Euro extra.


dpa-Magazin / mag
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