Wie beim Autobau recycelt wird

Beim Bau der Mercedes S-Klasse kommen gleich mehrere nachwachsende Rohstoffe zum Einsatz. (Foto: Daimler)

Autos müssen zu einem Großteil aus wiederverwertbaren Stoffen bestehen. So schreibt es eine EU-Verordnung zur umweltverträglichen Entsorgung von Altfahrzeugen vor.

Wie das genau aussieht, zeigt sich zum Beispiel beim Ford Focus: Hier dienen alte Jeans als Baumwolllieferant für Türverkleidungen und Innenraumbezüge. Auch Porsche geht es darum, dass die gesetzlichen Vorgaben zur Wiederverwertbarkeit erfüllt werden. "Wichtig sind allerdings die Anforderungen an Festigkeit, Lebensdauer und Funktion der Bauteile", sagt Sprecher Hermann-Josef Stappen.Vergleichsweise groß ist der Anteil wiederverwertbarer Materialien zum Beispiel beim Porsche Panamera von 2009. "95,5 Prozent des Gewichts eines Panamera werden wieder verwertet, und nur 4,5 Prozent landen auf der Deponie", sagt Stappen. "Den größten Anteil bei der stofflichen Verwertbarkeit machen Metalle aus - da unterscheiden wir uns nicht von anderen Herstellern." Der mit 11,9 Prozent zweitgrößte Posten fällt bei der Demontage an, wenn etwa Batterien, Betriebsflüssigkeiten, Räder und Verkleidungsteile entnommen werden.

Um möglichst hohe Quoten der Wiederverwertbarkeit nach einem Autoleben zu erreichen, wird bereits beim Autobau an Recycling gedacht. "Welche Umweltlasten ein Fahrzeug verursacht, entscheidet sich weitgehend schon in den ersten Entwicklungsphasen", sagt Daimler-Sprecherin Sandra Hahn. Das standardisierte Werkzeug zur Bewertung der Umweltverträglichkeit sei die Ökobilanz, die alle Umweltwirkungen eines Fahrzeugs erfasst. Bei Hybrid- und Elektroautos geht in die Bilanz auch die Antriebsbatterie ein. So recycelt Toyota nach eigenen Angaben "mindestens 50 Prozent des durchschnittlichen Batteriegewichts" der Speicherzelle im Prius.

Volkswagen hat die Anteile recycelten Materials im Fahrzeugbau für einige Modelle ausgerechnet. Demnach werden beim Golf VI 527 Kilogramm Sekundärmaterial, auch Rezyklate genannt, eingesetzt - das entspreche mehr als 40 Prozent des Leergewichts. Davon entfallen 501 Kilogramm auf Metalle, 24 Kilogramm auf Kunststoffe und Glas sowie 2 Kilogramm auf Betriebsflüssigkeiten. Um dies zu erreichen, werden bei der Herstellung von Glas zwischen 20 und 40 Prozent Produktionsrückstände dem Prozess gleich wieder zugeführt.

Einen direkten geldwerten Vorteil hat die Altfahrzeug-Verordnung nach Ansicht von Gerd Lottsiepen vom Verkehrsclub Deutschland (VCD) für den Verbraucher: "Ihr zufolge müssen Autos seit 2007 von den Herstellern kostenfrei zur Verwertung zurückgenommen werden."

Weitere Informationen zur Altfahrzeug-Verordnung im Internet unter http://dpaq.de/SmDNR.

dpa-Magazin / mag
0
Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden