Baustart für Tacheles-Quartier: Im April beginnen die Arbeiten an der Kaufhausruine

How long is now. Die Tacheles-Kunstruine steht seit vier Jahren leer, der Hof ist geräumt. Auf dem Gelände entsteht ein neues Wohn- und Geschäftsviertel. (Foto: Dirk Jericho)
Berlin: Tacheles |

Mitte. Das Areal rund um das als Tacheles international bekannt gewordene frühere Kaufhaus an der Oranienburger Straße wird ab April komplett neu gestaltet.

Seit vier Jahren ist die Tachelesruine verrammelt. Das Künstlerhaus und die Freiflächen wurden 2012 nach jahrelangen Querelen und Klagen geräumt. Die Investoren beginnen im April mit Erdarbeiten auf dem 2,5 Hektar großen Areal. Details zum neuen Stadtviertel, das in den kommenden Jahren auf dem Filetgrundstück aus dem Boden gestampft werden soll, haben die Investoren am 21. März (nach Redaktionsschluss) auf einer Bürgerversammlung mitgeteilt. Die US-amerikanische Investmentfirma Perella Weinberg Real Estate (PWRE) als Eigentümer hat die Schweizer Stararchitekten vom Büro Herzog & de Meuron, die auch die Hamburger Elbphilharmonie und die Allianz-Arena in München entworfen haben, mit den Planungen beauftragt.

Denkmalgerecht saniert

Für die großen Freiflächen zwischen Oranienburger Straße, Johannisstraße und Friedrichstraße gibt es seit Jahren einen gültigen Bebauungsplan. Demnach können auf dem Areal mehr als 160 000 Quadratmeter Bruttogrundfläche (Wohnungen, Geschäfte, Hotels und Bürogebäude) gebaut werden. Die Tachelesruine selbst wird denkmalgerecht saniert und ist laut Bebauungsplan für kulturelle Nutzungen vorgesehen. In den ehemaligen Kaufhausetagen könnten Galerien, Theater oder ein Varieté einziehen. Auch die ehemalige Einkaufspassage zwischen Friedrichstraße und Oranienburger Straße soll mit Geschäften, Restaurants und Büros wieder errichtet werden. Vor 108 Jahren wurde an gleicher Stelle die „Friedrichstraßenpassage“ mit rund 100 Läden eröffnet. Im neuen Stadtviertel wird es auch ein Hotel und etwa 450 Wohnungen geben.

Künstler hatten nach dem Mauerfall die marode Kaufhausruine besetzt und vor dem Abriss bewahrt. Die Kölner Fundus-Gruppe hatte die Tachelesruine inklusive Freiflächen 1998 vom Bund gekauft. Die Investoren wollten auf dem Gelände ein "Johannishof" genanntes Viertel mit Büro- und Geschäftshäusern, Eigentumswohnungen, Hotel, Läden und Restaurants bauen. Doch wegen Insolvenz stand das Areal seit 2007 unter Zwangsverwaltung. DJ
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