Tipps zum Kauf von Föhn und Lockenstab

Keine heiße Luft: Haare sollten mit maximal 85 Grad geföhnt werden. (Foto: Monique Wüstenhagen)

Trocken, gefärbt, fein oder chemisch behandelt - bei manchen Haaren sollten Föhn oder Lockenstab besser nur vorsichtig zum Einsatz kommen. Denn bei zu viel Hitze können die Haare austrocknen, brechen oder sogar verbrennen.

Gerade feines oder chemisch bearbeitetes Haar sollte nie Temperaturen über 170 Grad ausgesetzt werden, warnt der Friseurmeister Jens Dagné aus Worms, Vorstand in der Friseurvereinigung Intercoiffure Deutschland. Er setzt bei Stylinggeräten auf Ionentechnik und spezielle Beschichtungen, die das Haar schützen oder sogar pflegen sollen. "Ionen-Föhne bringen einen schöneren Glanz und kürzere Trockenzeiten mit sich, weil die Schuppenschicht schneller versiegelt wird", erläutert Dagné. Die Ionen docken am Haar an und neutralisieren es. Dadurch werde die statische Aufladung reduziert.Für den Berliner Friseur Udo Walz ist beim Styling mit dem Föhn vor allem die Temperatur entscheidend. Das Gerät sollte mehrere Hitzestufen haben. "Auf keinen Fall zu heiß föhnen, höchstens mit 85 Grad", empfiehlt Walz. Die Temperatur lasse sich am besten an der Pulsader des Handgelenks prüfen.

Franz Küveler, Art Director im Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks in Köln, rät zu einem Föhn, der mindestens 1200 Watt leistet und eine Kaltstufe hat. "Kühle Luft reicht, um die Haare zu trocknen", erläutert er. "Erst für das Styling sollte die Hitze zugeschaltet werden." Küveler rät außerdem, das Netz des Föhns regelmäßig zu reinigen, weil es sonst durch Staub verstopft und die Föhnluft zu heiß wird. Die Temperatur von Glätteisen und Lockenstab sollte regelbar sein, damit die Benutzerin die Hitze auf ihre Haarstruktur abstimmen kann. So vertragen lockige oder widerspenstige Haare 170 bis 220 Grad, feines, dauergewelltes oder gefärbtes Haar sollte laut Dagné nur bei 160 bis 170 Grad gestylt werden. Die Geräte dürfen Echthaarextension bei 140 bis 170 Grad bändigen. Der Friseurmeister rät, sich vor der Benutzung eines Glätteisens oder Lockenstabs beim Friseur beraten zu lassen.

Schnell einsatzbereit

Gute Glätteisen seien innerhalb von 30 Sekunden einsatzbereit, erklärt Jens Dagné. Außerdem zeigen sie an, dass sie die Betriebstemperatur erreicht haben. "Unerlässlich ist eine Teflonbeschichtung, außerdem sollten die beiden Glättplatten aus Keramik sein." Für Küveler sollten die Platten eine Keramikbeschichtung haben. Walz empfiehlt Turmalin, das dafür sorgt, dass sich das Haar nicht auflädt.

Lockenstäbe sind die schnelle und einfache Alternative zu Lockenwicklern. Sie sind besonders gut für Anfänger geeignet, die im Lockendrehen noch nicht so geübt sind. Vorsicht ist bei den Haarspitzen geboten: "Sie müssen exakt im Lockenstab geführt werden, damit es keine Knicke im Haar gibt", rät Friseurmeister Dagné. Clips und Haarspangen helfen, die Haare zu unterteilen. Franz Küveler rät zu Lockenstäben mit einem Kegel an der Spitze, der sich nicht aufheizt. Damit können Haarpartien beim Styling abgeteilt werden - wie mit einem Kamm oder einer Klammer. "Bei einer optimalen Pflege spricht nichts gegen die regelmäßige Benutzung von Stylinggeräten", sagt Jens Dagné. Doch raten die Experten, besondere Stylingprodukte zu verwenden. Friseurmeister Udo Walz empfiehlt eine Keratin-Sprühkur. Diese wirke als Hitzeschutz und kräftige zugleich das Haar. Das Produkt wird vor dem Styling auf das Haar gesprüht.

Wer splissige Haare hat, sollte auf das Styling mit Lockenstab und Glätteisen erst einmal verzichten. Das trockene Haar müsse zuerst repariert werden - sonst spaltet es sich noch weiter auf und bricht. Dagné empfiehlt, beim Friseur eine Diagnose erstellen und sich ein passendes Spitzenfluid empfehlen zu lassen. Denn nur gesundes Haar überlebt tägliches Styling.


dpa-Magazin / mag
0
Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.