Große Gallensteine müssen entfernt werden

Völlegefühl, Blähungen oder Übelkeit können auf Gallensteine zurückgehen. (Foto: Mascha Brichta)

Wer Gallensteine hat, bemerkt sie meistens nicht. Denn in der Regel bleiben sie harmlos und müssen nicht behandelt werden. Doch bei manchem werden sie gefährlich. Derjenige klagt dann unter anderem über Völlegefühl, Blähungen oder latente Übelkeit.

"Ich befrage jeden Patienten mit Oberbauchbeschwerden zu Krankheiten in der Familie, zur Verdauung und wann die Beschwerden auftreten", sagt Anke Richter vom Deutschen Hausärzteverband. Aufschluss gibt die Blutuntersuchung mit Leber- und Entzündungswerten. Auch ein Ultraschall der Gallenblase muss sein, denn dabei sind Gallensteine sofort zu sehen. "Zu einer Anamnese gehört auch eine Magenspiegelung, um auszuschließen, dass der Magen die Ursache ist", sagt Berndt Birkner vom Berufsverband Deutscher Internisten in Wiesbaden.Bei folgenden Symptomen gibt es keinen Zweifel: Von jetzt auf gleich treten brutale Schmerzen im rechten Oberbauch oder in der Magengrube auf, die sich anfühlen, als ob das Innere gleichzeitig auseinandergezogen und zusammengedrückt würde. Manchmal kommen auch Übelkeit und Erbrechen hinzu. Das sind Zeichen einer Gallenkolik, die von 15 Minuten bis zu fünf Stunden dauern kann.

Dazu kommt es, wenn Gallensteine aus der Gallenblase in den Gallengang rutschen und an der Mündung in den Zwölffingerdarm steckenbleiben. Dadurch erhöht sich der Druck im Gallengang, denn die Gallenflüssigkeit kann nicht abfließen. "Ebenso können Steine auch am Hals der Gallenblase feststecken, wenn diese sich zusammenzieht und die Galle in Richtung Gallengang und Dünndarm abgibt", erklärt Prof. Tilman Sauerbruch von der Gastro-Liga.

Im akuten Fall ist Tapferkeit keine gute Idee. "Dauert die Kolik länger als eine Stunde, sollte ein Arzt aufgesucht oder der Notarzt gerufen werden", rät Sauerbruch. Denn es können mitunter gefährliche Komplikationen wie eine akute Entzündung der Gallenblase, der Gallenwege oder der Bauchspeicheldrüse auftreten. Einer Kolik folgt laut der Gastro-Liga bei der Hälfte der Patienten binnen eines Jahres die nächste, oft kehren die Attacken wie aus heiterem Himmel immer wieder. Die Ärzte raten daher meist zur Entfernung der Gallenblase. Über drei bis vier kleine Schnitte im Bauch wird das Organ bei einer Operation im Rahmen einer Bauchspiegelung entnommen.

Ursache für die Entstehung von Gallensteinen ist ein gestörtes Mischungsverhältnis des Gallensaftes, den die Leber produziert. Die Gallenflüssigkeit besteht nach Angaben der Gastro-Liga zu etwa 80 Prozent aus Wasser, enthält außerdem Cholesterin, Gallensäuren, den Gallenfarbstoff Bilirubin sowie Lecithin und Elektrolyte. Wenn die Leber zu viel Cholesterin, Bilirubin oder Kalzium beimischt, können diese Stoffe Kristalle bilden, die sich möglicherweise zu Steinen formieren.

Bei Übergewicht, bei einer starken Gewichtsabnahme oder im Alter nimmt vor allem das Cholesterin in der Galle zu. Auch längere Fastenperioden oder Stress können die Mixtur beeinflussen und Gallensteine fördern. Auch genetische Ursachen sind möglich.

Weiterführende Informationen im Internet auf www.internisten-im-netz.de, ein Ratgeber für Patienten zum Herunterladen unter http://asurl.de/blv.

dpa-Magazin / mag
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