So lässt sich Fußpilz vermeiden

Beim Schwimmen besteht kaum Gefahr, sich mit Fußpilz anzustecken - riskant ist der Beckenrand. (Foto: Julian Stratenschulte)

Fußpilzerreger mögen es warm und feucht. Schwimmbäder sind daher ein idealer Lebensraum für sie, denn dort können sie sich gut vermehren.

Sind Fußpilzerreger einmal auf der Haut eines Menschen geraten und trägt der luftdichtabgeschlossene Schuhe und dicke Socken, in denen er schwitzt, haben die Erreger ein leichtes Spiel: Sie können ohne große Schwierigkeiten in die aufgeweichte Haut eindringen und zu einer Infektion führen.

Oft dauert es eine ganze Weile, bis jemand merkt, dass er sich mit Fußpilz angesteckt hat. "Weil Schmerzen und brennender Juckreiz in der Regel nicht die Erstsymptome sind, nimmt man Fußpilz oft erst spät zur Kenntnis, und dann ist er meistens schon sehr ausgeprägt", sagt Prof. Pietro Nenoff von der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG) in Berlin.

"Fußpilz beginnt meistens zwischen dem vierten und fünften Zeh, weil dort der engste Zehenzwischenraum ist und sich die Feuchtigkeit besonders gut hält", sagt Prof. Martin Schaller, Vorsitzender der Deutschsprachigen Mykologischen Gesellschaft (DMykG) in Essen. Befallene Haut zwischen den Zehen weist anfangs kleine Risse und Schuppungen auf.

In Hallenbädern ist das Fußpilz-Risiko nicht an jeder Stelle gleich. "Weniger riskant ist es im chlorierten Wasser der Schwimmbecken oder auf dem trockenen Boden der Umkleidekabinen." Ansteckungsgefahr besteht dafür aber im feuchten Duschbereich oder am nassen Beckenrand", sagt Jan Hundgeburth vom Berufsverband der Deutschen Dermatologen (BVDD).

Ein Fall für den Hautarzt

Bevor Fußpilz behandelt wird, sollte feststehen, dass es sich auch tatsächlich um Fußpilz handelt. Für leichte Fußpilzfälle schlägt Nenoff vor: "Wenn nach spätestens 14 Tagen Selbstbehandlung mit einer pilzwirksamen Creme keine Besserung eintritt, sollte dringend ein Hautarzttermin vereinbart werden."

Je nach Wirkstoff werden die Cremes ein- bis zweimal täglich aufgetragen. "Ein häufiger Fehler ist, dass die Patienten bereits beim Abheilen der äußeren Symptome mit der Anwendung aufhören", ergänzt Hundgeburth. Das führt zu Rückfällen, weil es oft noch einen unsichtbaren Rest an Pilzsporen gibt. "Patienten sollten die Cremes deshalb drei bis vier Wochen über die Abheilung hinaus in der empfohlenen Dosis weiter anwenden."

Damit es gar nicht erst so weit kommt, kann man Fußpilz mit recht einfachen Mitteln vorbeugen. "Schlappen im Hallenbad und der Sauna sind wichtig, aber kein absoluter Schutz, da auch hier Flüssigkeit eindringen und Kontakt mit infizierten Hautschuppen bestehen kann", sagt Nenoff. Noch wichtiger ist das sorgfältige Abtrocknen zwischen den Zehen. Im Winter sollten Schuhe nach jedem Tragen mindestens einen ganzen Tag vor dem nächsten Tragen trocknen, rät Hundgeburth.


dpa-Magazin / mag
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