Ausdauertraining ist das A und O

Beim Nordic Walking schonen ältere Sportler ihre Gelenke weitaus mehr als beim Jogging. (Foto: Kai Remmers)

Je älter ein Mensch wird, desto weniger leistungsfähig ist sein Körper. Der natürliche Verfall ist zwar letztlich unaufhaltsam, aber er lässt sich verlangsamen. Ausdauersport steht dabei an erster Stelle.

Bei Senioren schrumpfen Gelenkknorpel und Bandscheiben, erklärt Patrik Reize, Ärztlicher Direktor der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie im Klinikum Stuttgart. Zudem ist die Sauerstoffaufnahme geringer. Und weil es zu einem Verlust an Kraft und Muskelmasse kommt und der Körperfettanteil steigt, nehmen Ältere bei gleicher Aktivität und Kalorienzahl eher an Gewicht zu als Jüngere.

"In der gesamten Entwicklungsgeschichte ist der Mensch ja höchstens 40 oder 50 Jahre alt geworden", sagt Prof. Hans-Georg Predel, Leiter der Abteilung Präventive und rehabilitative Sport- und Leistungsmedizin an der Deutschen Sporthochschule Köln. "Um die Spanne zwischen 60 und 90 Jahren, die wir heute geschenkt bekommen, gesundheitlich fit und ohne Erkrankungen zu erleben, brauchen wir die Beanspruchung durch eine vielfältige körperliche Aktivität."

Predel sieht den Hauptnutzen gerade des Ausdauersports darin, die Funktionalität des Stoffwechsels, aber auch aller Organsysteme zu erhalten. "Daher ist sportliche Aktivität das einzige Anti-Aging, das wirklich wirkt." Nicht nur das Herz-Kreislauf-System profitiere davon, auch bei Lungen-, Tumor- sowie chronisch-entzündlichen und sogar psychiatrischen Erkrankungen könne Bewegung positiv wirken. Umgekehrt nehme das Risiko für Alterserkrankungen wie Herzinfarkt, Herzschwäche oder Schlaganfall bei Bewegungsmangel zu.

Beim Ausdauersport wie dem regelmäßigen Laufen baut der Mensch außerdem Fett ab, stärkt die Muskulatur und wirkt der Schwächung des Körpers damit wenigstens teilweise entgegen. Allerdings ist das klassische Jogging wegen der Belastung der Gelenke umstritten. Uneingeschränkt empfehlenswert sind dagegen zum Beispiel Nordic Walking, (Berg-)Wandern, Radfahren, Skilanglauf oder Schwimmen. Aber wer zu viel macht, den bestraft der Körper. Für Neueinsteiger ist deshalb eine medizinische Voruntersuchung empfehlenswert. Doch auch erfahrene Freizeitsportler sollten sich ärztlich begleiten lassen. Das kann der Hausarzt oder ein Sportmediziner übernehmen.

Viele Fachleute empfehlen, neben der Ausdauer an Beweglichkeit und Koordination zu arbeiten und Krafttraining zu betreiben, um die Muskulatur zu stärken. Laut Reize hat das einen einfachen Grund: "Wenn man fit sein will, braucht man Kraft, um vorwärtszukommen."


dpa-Magazin / mag
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