Sven Schwarz ist Fußballjugendlehrer - und noch viel mehr

Jugendtrainer Sven Schwarz mit einigen seiner Spieler. (Foto: pet)
 
Zusammenhalten und Respekt voreinander haben - das sind für Sven Schwarz wichtige Punkte, die er seinen Jungs vo SFC Friedrichshain vermitteln will. (Foto: pet)

Friedrichshain. Berlin ist eine sportliche Stadt. Rund 2000 gemeldete Sportvereine zeugen davon. Gerade in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen kommt Vereinen, vor allem aber den Trainern auch eine große soziale Bedeutung zu. Einer der etwa 400 Fußballjugendtrainer ist Sven Schwarz.

Sonnabendnachmittag, Fußballdeutschland im Fieber. Während die einen vorm Fernseher die Großen der Bundesliga anfeuern, wird anderswo im Kleinen gekickt. So auch beim SFC Friedrichshain an der Gürtelstraße. Im Punktspiel der Bezirksklasse der F-Jugend (Sieben- und Achtjährige) geht es heute gegen den FSV Spandauer Kickers. Die Gäste aus Spandau gehen schnell in Führung und bauen sie bis zum Schlusspfiff auf 7:2 aus. Mit hängenden Köpfen verlassen die Jungs und Mädchen des SFC den Platz.Sven Schwarz kennt diese Momente. Der 35-Jährige trainiert neben der 2. D- auch die 2. F-Jugend des SFC Friedrichshain. Seine Aufgabe ist es nun, sein Team wieder aufzurichten. Doch das Siegen und der ständige Blick auf die Tabelle stehen für ihn ohnehin nicht im Vordergrund. Vielmehr sollen seine Schützlinge Spaß am Spiel haben, beim Fußball den Stress von Schule und Alltag vergessen und eher nebenbei das Fußball-Einmaleins lernen. "Die Niederlage schmerzt zwar, hat aber auch gute Seiten. So lernen die Kids mit Rückschlägen umzugehen", sagt Schwarz.

Seit drei Jahren engagiert sich der Berufskraftfahrer im Jugendfußball, seit zwei Jahren hat er die Trainerlizenz. Nahezu jede freie Minute widmet er seinem Hobby.

Jede Mannschaft trainiert zweimal in der Woche jeweils 90 Minuten. Am Wochenende finden Punkt- oder Freundschaftsspiele statt. Oftmals muss er durch die ganze Stadt zu den Fußballplätzen fahren. Bei zwei Teams kommt ein ordentliches Pensum zusammen.

Es gibt Familien, in denen bei so viel Engagement schnell der Haussegen schief hängt. Nicht so bei Familie Schwarz. Denn Ehefrau Marlen ist mindestens genauso fußballverrückt wie ihr Mann. Als Mannschaftsbetreuerin ist sie ihm eine wichtige Stütze, übernimmt das Organisatorische und ist - wie der elfjährige Sohn Marvin - bei jedem Training und jedem Spiel mit dabei.

Auch am folgenden Montag steht die Familie wieder auf dem Platz. Sven Schwarz lässt Querpässe und Torschüsse üben, denn daran haperte es am Wochenende. Rund 15 Spieler sind da - fast schon zu viel. Und so erinnert das Training für Zaungäste manchmal ein wenig an das sprichwörtliche Flöhehüten. Doch Sven und sein Co-Trainer Michael Struck machen klare Ansagen. Manche ihrer Schützlinge brauchen die beinharte Realität des Fußballplatzes. Sie sind dankbar für ehrliche Rückmeldungen, die zu Hause vielleicht manchmal fehlen. Neben dem Wirgefühl will Sven seinen Jungs und Mädchen Respekt vor Mitspielern und Gegnern vermitteln. Somit bekommt seine Arbeit als ehrenamtlicher Fuballlehrer in gewisser Weise auch eine soziale Komponente.

Zum Trainingsende treffen sich alle noch einmal in der Mitte des Platzes zum Abschiedsritual. Erschöpft und mit Schweiß auf der Stirn umarmt sich das ganze Team und brüllt aus voller Kehle den Schlachtruf "SFC Friedrichshain Berliiiin". In solchen Momenten weiß Sven Schwarz, dass dies wieder ein guter, weil sinnvoll genutzter Tag war.

Nahezu alle Berliner Fußballvereine suchen händeringend engagierte Jugendtrainer - mit oder ohne Lizenz. Mehr Informationen erhält man bei den jeweiligen Vereinen, beim SFC zum Beispiel im Internet auf www.sfcfriedrichshain.de.

Peter Erdmann / pet
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