Es gibt viele Vorbehalte, aber die Hilfsbereitschaft wächst

Berlin. In Deutschland steigen die Flüchtlingszahlen. In Berlin werden fünf Prozent aller Asylsuchenden untergebracht. Mit den Flüchtlingszahlen steigt jedoch auch der Bedarf an Unterbringungsmöglichkeiten und genau hier kommt es in der Hauptstadt immer wieder zu Problemen - wie kürzlich in Hellersdorf oder Neukölln.

Das Landesamt für Gesundheit und Soziales schafft kontinuierlich weitere Flüchtlingsheime im gesamten Stadtgebiet. Doch manche der neuen Unterkünfte sorgen für Proteste der Anwohner. Nicht selten säen rechte Gruppierungen Angst in der Bevölkerung. Vielfach versuchen Bürgerinitiativen deshalb Veranstaltungen zu organisieren, auf denen sich Bürger informieren und über Möglichkeiten zur ehrenamtlichen Unterstützung der Asylsuchenden austauschen können. So spricht sich auch der Flüchtlingsrat Berlin für eine bessere Willkommenskultur aus. "Die Parteien reden das Problem klein, dass die rechten Parteien jetzt Wahlkampf mit dem Thema machen und die Anwohner gegen die neuen Unterkünfte aufhetzen", sagt Mirjam Lewek. Sie sieht in der Bevölkerung einerseits die Ressentiments wachsen, gleichzeitig spürt sie aber eine zunehmende Hilfsbereitschaft für die Flüchtlinge. Den Bürgerdialog sieht sie aber auch kritisch. "Dialog ist wichtig, aber unsere Erfahrungen zeigen, dass bei vielen Menschen die irrationalen Ängste und Vorbehalte bestärkt werden, wenn sie auf neu geplante Unterkünfte aufmerksam gemacht werden", sagt die Mitarbeiterin des Flüchtlingsrats.

In der Vergangenheit habe es vielerorts keine Probleme gegeben, wenn in Berlin neue Unterkünfte eröffnet wurden - auch ohne Infoveranstaltung im Vorfeld. Grundsätzlich fordert der Flüchtlingsrat die vorrangige Unterbringung von Flüchtlingen in Wohnungen statt in stigmatisierenden Sammelunterkünften.


Jana Tashina Wörrle / jtw
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