Frettchen stellen die Wohnung Kopf

Frettchen sind keine Einzelgänger. Am liebsten werden die Tiere mit mehreren Artgenossen gehalten. (Foto: Andrea Warnecke)

Diese Augen können lügen: Mit ihren schwarzen Knopfaugen machen Frettchen einen recht friedlichen Eindruck. Doch die Ruhe währt meist nur kurz, dann wetzen die Tiere los und knabbern am Hosenbein ihres Besitzers.

Die ursprünglich zu Jagdzwecken gezüchteten Tiere aus der Familie der Marder werden schnell zutraulich und sind unglaublich verspielt. Deshalb sind sie in den vergangenen Jahren mehr und mehr zu einem beliebten Haustier geworden.Dafür sind sie aber nur bedingt geeignet: "Sie sind sehr anspruchsvoll in der Haltung", sagt Daniela Rickert von der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz. Das fängt bei der Ernährung an: Frettchen brauchen mehrere Mahlzeiten am Tag und sollten am besten mit viel Frischfleisch gefüttert werden. Bei weitem am aufwendigsten ist es jedoch, sie artgerecht unterzubringen.

"Es gibt im regulären Handel kein Gehege zu kaufen, das den Bedürfnissen von Frettchen wirklich entspricht", erklärt Simone Grützemann von den Frettchenfreunden Osnabrück. Wer sich ein oder mehrere Frettchen halten will, muss sich deshalb Alternativen überlegen.

"Eine ist es, die Frettchen wie Katzen frei in der Wohnung zu halten. Das ist aber nicht ganz ohne", sagt Rickert. Grund sei der große Bewegungsdrang der Tiere, der Halter vor einige Herausforderungen stellt: So sollten sie etwa die Erde von Pflanzen vor Buddelversuchen sichern sowie Fenster und Möbelspalten vergittern. Und sie dürfen nichts Zerbrechliches in der Reichweite der Tiere stehen lassen.


dpa-Magazin / mag
0
Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden