Regelmäßiges Sparen lohnt sich

Verbraucher sollten sich Gedanken über ihre Finanzen machen, denn eines ist klar: Der Sparstrumpf allein bringt wenig Rendite. (Foto: Bodo Marks/dpa/mag)

Schuldenkrise, schwacher Euro, drohende Rezession: Die Nachrichten aus der Finanzwelt sind derzeit schlecht. Dennoch bleiben die Bundesbürger optimistisch.

Die Mehrheit der Verbraucher (rund 55 Prozent) rechnet nicht damit, dass sich ihre finanzielle Situation verschlechtert, wie aus dem Vermögensbarometer des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes hervorgeht. Jeder vierte Anleger (circa 25 Prozent) geht demnach sogar davon aus, dass es in den kommenden zwei Jahren mit den persönlichen Finanzen aufwärts geht.Dieses Gefühl scheint auf einem sicheren Fundament zu stehen, denn die Deutschen legen tatsächlich mehr Geld auf die hohe Kante. Laut dem Bundesverband der Deutschen Volks- und Raiffeisenbanken stieg die Sparquote - also das Verhältnis von Sparsumme und verfügbarem Einkommen - 2010 um 0,2 Prozentpunkte auf 11,3 Prozent. Im Jahr 2009 war sie um 0,6 Prozentpunkte gesunken.

Mit dieser Strategie lagen die deutschen Anleger nicht ganz falsch. Denn das Geldvermögen hat 2010 deutlich zugenommen: Es wuchs um 212 Milliarden Euro (4,8 Prozent) auf 4639 Milliarden Euro. Damit verfügte jeder private Haushalt im Durchschnitt über rund 115 400 Euro. Diesem Vermögen stand eine durchschnittliche Verschuldung pro Haushalt von 38 200 Euro gegenüber.

Doch ohne eigenen Einsatz geht es nicht: Nur wer über die Jahre hinweg regelmäßig Geld beiseitelegt, kann ein finanzielles Polster aufbauen. Doch nach wie vor tappen viele Anleger in Fallen, findet Martin Weber, Professor für Betriebswirtschaftslehre an der Universität Mannheim. So geben sie sich zuweilen mit schlechten Zinsen zufrieden oder reagieren mitunter zu hektisch auf wirtschaftliche Entwicklungen. Grundsätzlich sollten Verbraucher beim Sparen auf den richtigen Mix achten, empfiehlt der Bankenexperte. So sollte nicht das ganze Vermögen in eine einzige Anlage gesteckt, sondern über verschiedene Formen verteilt werden - etwa Aktien weltweit, Renten, Rohstoffe und Immobilien. "Außerdem sollten Kunden bei den Produkten immer ein Auge auf die Kosten werfen." Denn hohe Gebühren schmälerten die Rendite.

Am wichtigsten sei es jedoch, Ruhe zu bewahren, betont Weber. Denn auch wenn es mitunter heftige Kursausschläge an den Börsen gibt, sollte man Aktien oder Fonds nicht gleich verkaufen. "Damit verschenkt man eine mögliche Rendite."


dpa-Magazin / mag
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