Sieben Stolpersteine in der Dortmunder Straße verlegt

Moabit. Vor dem Haus in der Dortmunder Straße 3 sind die ersten sieben Stolpersteine für die Angehörigen von Benjamin Gidron verlegt worden. Weitere werden folgen.

Sie sind dem Holocaust entronnen. Nachdem sein Großvater Sally Gottfeld im Mai 1933 fast fünf Wochen lang im SA-Folterkeller in der Tempelhofer Papestraße gequält worden war, bemühte sich Benjamin Gidron umgehend um eine Einreiseerlaubnis für Palästina für sich, seine Frau Emma und die gemeinsamen fünf Kinder. Im Dezember 1933 konnten sie ihr Leben retten.

Ihnen als ehemalige Nachbarn sind die jetzt vom Künstler Gunter Demnig verlegten kleinen Bodendenkmäler in der Dortmunder Straße gewidmet. An der Verlegung im April hatten mehr als 20 Nachkommen der Emigrierten teilgenommen. Für die meisten anderen Mitglieder der Familie Gottfeld/Lewin gab es keine Chance auf Flucht. Sie wurden deportiert und ermordet. „Für sie werden in der nächsten Zeit ebenfalls Stolpersteine verlegt werden“, kündigte die Initiative „Sie waren Nachbarn“ an.

Die Initiative teilte zudem mit, dass der mittlerweile vom Senat beschlossene Gedenkort am ehemaligen Deportationsbahnhof an der Ellen-Epstein-Straße voraussichtlich im kommenden Winter oder im Frühjahr 2017 geschaffen wird. Von hier aus wurde der Großteil der Berliner Juden in die Konzentrationslager im Osten transportiert. Derzeit läuft die Ausschreibung für die Gestaltung des Mahnmals. Eine Entscheidung, welcher Entwurf umgesetzt wird, könnte schon in diesem Sommer fallen. Mitglieder von „Sie waren Nachbarn“ haben als Beobachter an Vorbereitungstreffen der Jury teilgenommen, sind jedoch keine Mitglieder der Jury. Für weitere Fragen können sich Interessierte an die Initiative per E-Mail mail@sie-waren-nachbarn.de wenden. KEN
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