Ohne Sprache keine Integration: AG Roma fordert Absicherung des Dolmetscherdienstes

Mitte. Berlins Senatorin für Arbeit, Integration und Frauen hat eine erste Bilanz des „Aktionsplans Roma“ gezogen. Die AG Roma in Mitte fordert den Ausbau der Dolmetscherdienste.

Das öffentliche Interesse ist ganz auf den Flüchtlingszustrom aus Syrien, Afghanistan und dem Irak fokussiert. Dabei ist die Integration von Zuwanderern aus den EU-Mitgliedsstaaten Rumänien und Bulgarien etwas aus dem Blick geraten. „Wir stellen fest, dass Mitte ein attraktiver Ort zum Wohnen und Leben ist“, schreiben die Autoren eines Positionspapiers der AG Roma. Die Arbeitsgemeinschaft ist ein Netzwerk aus bezirklichen Einrichtungen und Migrantenorganisationen im Bezirk. Die AG entwickelt Strategien zur Vermeidung von Konflikten im täglichen Leben und zur Integration von Neuzuwanderern insbesondere aus Rumänien und Bulgarien.

Rumänen und Bulgaren finden Mitte besonders attraktiv. In den vergangenen zwei Jahren hat sich ihre Zahl im Bezirk um 40 Prozent erhöht. „Jeder fünfte in Berlin lebende rumänische und bulgarische Staatsangehörige wohnt in Mitte“, heißt es in dem Papier, aktuell also rund 8500 Menschen.

Die Integration der Zuwanderer sei eine Herausforderung, sagt die AG Roma, die sie gemeinsam mit dem Bezirksamt angehen möchte. An der im Juli 2013 vom Senat und den Bezirken beschlossenen Strategie, um die Lage der Roma und ihrer Familien in der Stadt zu verbessern, lobt die AG Roma den „integrativen Ansatz“ und die Setzung von Schwerpunkten in der Gesundheitsfürsorge, der Wohnsituation und beim Zugang zu Bildung.

Bemängelt wird jedoch, dass der Aktionsplan den hohen Bedarf an Sprachmittlung augenscheinlich verkennt. Nach den Beobachtungen der AG Roma seien Neuzuwanderer nach wie vor nur mithilfe qualifizierter Dolmetscher und Sprachmittler zu erreichen. Während für 2015 aus Bundesmitteln 100 000 Euro für den bezirklichen Gemeindedolmetscherdienst zur Verfügung standen, soll es diese Mittel im kommenden Jahr nicht mehr geben. Das hätte in den Augen der AG Roma fatale Folgen. Sie fordert daher eine finanzielle Absicherung des Dienstes und seinen Ausbau. Gerade Einrichtungen der Jugendarbeit, Schulen und Gesundheitsdienste benötigten Sprachmittler und Dolmetscher. KEN
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