Auf eine Molle zu „König Otto“: Biergarten auf dem ehemaligen Kindl-Gelände eröffnet

Entspannen, trinken und essen: im Biergarten „König Otto“. (Foto: Schilp)
 
Wirtin Nikoletta Bousdoukou (links) und Bürgermeisterin Franziska Giffey am Ausschank. (Foto: Schilp)
Berlin: Biergarten König Otto |

Neukölln. Das launische Wetter spielte glücklicherweise mit: Die Sonne strahlte, als am Nachmittag des 8. Juni der Biergarten „König Otto“ eröffnete. Vor der ehemaligen Kindl-Brauerei, Am Sudhaus 1, kann nun Wein, Kaffee, Saft, Sprudel und natürlich Bier unter freiem Himmel genossen werden.

Wirtin ist Nikoletta Bousdoukou. Sie betreibt mit ihrem sechsköpfigen Frauenteam auch das gleichnamige Café im Inneren des markanten, denkmalgeschützten roten Klinkerbaus, in dem das „Zentrum für zeitgenössische Kunst“ seinen Sitz hat. Das Schweizer Ehepaar Salome Grisard und Burkhard Vornholt hatte das Gebäude 2011 gekauft und zu einem Kunstzentrum umgebaut.

Eine Auflage war, auch das Außengelände für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Die Idee für einen Biergarten war schnell geboren. Die Open-air-Gaststätte bietet Platz für etwa 125 Personen und ist traditionell gestaltet – mit klappbaren Bänken und Tischen, Selbstbedienung und einem mit Kies bestreuten Boden. Eine große Betonschräge lädt zudem zum Entspannen ohne Konsumzwang ein. „Das Ehepaar Grisard und Vornholt hat auch hier sein Privatgeld hineingesteckt. Die beiden sind echte Mäzene, sie machen das alles aus Liebhaberei“, sagt Bousdoukou.

Die Deutsche mit griechischen Wurzeln erklärt gerne, was es mit dem Namen „König Otto“ auf sich hat. Er erinnert an Otto Friedrich Ludwig von Wittelsbach, der im Jahr 1832 mit nur 16 Jahren König in Griechenland wurde und es 40 Jahre lang blieb.

„Viele Deutsche wissen das gar nicht, im Gegensatz zu den Griechen. Ein König aus Bayern, der seine Braumeister und das gute Bier mitbrachte.“ Als er von den Hellenen in seine Heimat zurückgeschickt wurde, sei er nicht mehr klargekommen, erzählt Bousdoukou. „Er wollte nur noch griechisch sprechen und lief in griechischer Tracht herum“.

Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) war Gast bei der Eröffnung und zeigte sich beeindruckt. Sie freue sich schon darauf, dass die 20 gepflanzten Platanen wachsen: „Bald sind keine Sonnenschirme mehr nötig, dann schließt sich ein Blätterdach – das wird traumhaft.“

Beeindruckt zeigte sie sich auch von Thorsten Panneks Verbundenheit mit dem Bezirk. Er ist Kompagnon von Nikoletta Bousdoukou und sorgt mit „Pannek seine Budike“ für Berliner Küche im modernen Gewand: Eisbein, Wurstsalat und Co., aber auch Vegetarisches und Veganes sind im Angebot. Auf die Arme hat er sich die Neuköllner Wappenmotive tätowieren lassen: Johanniterkreuz, Hussitenkelch und Adler. Die Bürgermeisterin war begeistert und steckte ihm spontan ihren Neukölln-Button ans Poloshirt.

Bei so viel Lokalkolorit ist klar: Aus dem Zapfhahn fließt „Rollberg“, der erfolgreichste Gerstensaft unter Berlins kleinen Privatbrauereien, der tief unter dem Zentrum für zeitgenössische Kunst entsteht.

Geöffnet ist der Biergarten mittwochs bis sonnabends von 12 bis 22 Uhr, sonntags bis 20 Uhr. Thorsten Pannek öffnet mittwochs bis freitags um 17 Uhr, sonnabends ab 14 und sonntags ab 13 Uhr. Aber zu essen gibt es immer etwas: Nikoletta Bousdoukous Tante Poppi versorgt die Biergartengäste in der Pannek-freien Zeit mit Kuchen, Sandwiches und anderen Snacks. sus
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