Erstes bezirkliches Familienzentrum eröffnet

Alexandra Özgür (von links), Aynur Toraman und Falko Liecke freuten sich am Eröffnungstag über zahlreiche Besucher des Familienzentrums. (Foto: Sylvia Richter)

Neukölln. Besonders für junge Familien in sozialen Brennpunkten ist es schwierig, entsprechende Kontakte zu knüpfen, wenn sie Rat und Hilfe brauchen. Mit dem Familienzentrum "Vielfalt", das der gleichnamige Trägerverein seit 7. Dezember in Kooperation mit einer Kita betreibt, soll sich das ändern.

Wenn die Besucherzahl in einer neu eröffneten Einrichtung am ersten Tag ein Indiz dafür ist, ob Anwohner sie nutzen werden, dürfte man sich im neuen Familienzentrum an der Silbersteinstraße 137-139 darüber keine Sorgen machen. Rappelvoll war der große Raum am Nachmittag des 7. Dezember, als die Einrichtung ihre Türen öffnete. Nach einem neuen Konzept des Senats, das am Jahresanfang beschlossen wurde, betreibt der Verein Vielfalt e.V. als Träger diese Räume in Kooperation mit der Kita Silbersteiner Rappelkiste. "Junge Eltern aller Nationen, die in der Nachbarschaft mit ihren Kleinkindern leben, wollen wir an diesem Treffpunkt zu uns holen. Sie sollen sich wohlfühlen, spielen und die Angebote und Hilfen erhalten, die sie benötigen", erklärt die Einrichtungsleiterin Alexandra Özgür.

Dazu sollen sie auch selbst Vorschläge zu Themen wie Ernährung, Bewegung und Gesundheit machen können. "Das Konzept des neuen Familienzentrums passt bestens in die Präventionskette, die ich im Bezirk aufbauen will, um junge Familien von Beginn an zu unterstützen", meint Jugendstadtrat Falko Liecke (CDU). Zahlreiche Angebote des Jugendamtes ließen sich über die Einrichtung kommunizieren: "Wir holen die jungen Eltern mit unseren Angeboten da ab, wo sie sind, nämlich in der Kita", sagt Liecke. Zweites und ebenso wichtiges Ziel der Einrichtung soll der Aufbau eines sozialen Netzwerkes im Gebiet rund um die Silbersteinstraße sein.

"Dabei wollen wir unbedingt die positiven Ressourcen der Eltern nutzen und sie mit einbeziehen", hat sich Aynur Toraman, Geschäftsführerin des Vereins, vorgenommen. Eigentlich wollte man das Familienzentrum direkt in der Kita anbieten, die nur wenige Häuser entfernt ist. Dort reichte das Platzangebot jedoch nicht aus. Im November wurde der neue Standort frei und die Räume in nur einem Monat fertig gestellt. Die Mittel dafür stellen Senat und Bezirk zur Verfügung. Vorgesehen sind nach Plänen des Senats zunächst zwei Familienzentren pro Bezirk. Eine weitere Einrichtung wird es nach Lieckes Angaben bald in der Weissen Siedlung geben.


Slyvia Baumeister / syri
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