Experten und Gesundheitsstadtrat raten dringend zu Impfungen

Neukölln. Weil immer mehr Menschen keinen ausreichenden Impfschutz haben, breiten sich heute Krankheiten wieder aus, die längst als ausgerottet galten. Gesundheitsstadtrat Falko Liecke (CDU) lässt deshalb Grundschüler in Sonderaktionen impfen.

Krankheiten wie Masern, Diphterie und Polio (Kinderlähmung) gab es in Deutschland dank flächendeckender Impfungen lange Zeit so gut wie gar nicht mehr. Seit einiger Zeit ändert sich das aber. Vor allem die Zahl der Masernerkrankungen nimmt in Deutschland seit Beginn des Jahres zu. Die Gefahr: Bei 20 bis 30 Prozent der erkrankten Kinder treten schwere Begleiterkrankungen auf. Die durch Tröpfcheninfektion übertragbare Krankheit kann zu Gehirnhaut- und Lungentzündungen führen, die im schlimmsten Falle tödlich verlaufen.

"Dass Krankheiten wie Kinderlähmung, Mumps, Masern und Röteln schlimme Folgen haben können, ist vielen Menschen nicht bewusst", sagt der Kinder- und Jugendfacharzt Dr. Thomas Mandel. Er erklärt, warum eine Impfung sowohl bei Erwachsenen als auch bei Kindern sinnvoll ist: "Nicht nur der Geimpfte selbst, auch die Gemeinschaft hat Schutz".

Derzeit haben viele Eltern Angst, dass die in Syrien wieder ausgebrochene Kinderlähmung durch den Zuzug von Flüchtlingen aus diesem Land auch nach Deutschland übertragen werden könnte.

"Viele Eltern haben zu wenige Informationen über das Thema Impfungen und sind verunsichert", beobachtet Musa Al Munaizel, Leiter der Lebenshilfe-Inklusionskita in Neukölln. "Wenn Sprachbarrieren dazu kommen, kann das bedeuten, dass wichtige vorbeugende Impfungen unterbleiben."

Mit Sonder-Impfaktionen, die es seit einem halben Jahr an Neuköllner Grundschulen gibt, versucht Gesundheitsstadtrat Falko Liecke (CDU) das Problem in den Griff zu bekommen. Der Erfolg bleibt nicht aus: Während es im Bezirk bis zum Sommer einen gewaltigen Anstieg von Masernerkrankungen gab, sind derzeit keine weiteren Fälle mehr gemeldet worden.

Angesichts der steigenden Gefahr von Polio-Erkrankungen rät Liecke aber auch Erwachsenen: "Jeder sollte beim nächsten Hausarzt-Termin seinen Impfpass mitnehmen und den Impfstatus besprechen."


Sylvia Baumeister / SB
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