Initiative nahm an bundesweitem Wettbewerb teil

Die Organisatoren Rico Charwat, Nikolas Felgendreher, Thomas Freihoff und Tanja Dickert (von links) wollen ihr Projekt weiterführen. (Foto: Sylvia Baumeister)

Neukölln. Im März hatten das Netzwerk Nachbarschaft und Hagebau zum Wettbewerb "Deutschlands schönste Straße" aufgerufen. Unter 113 Bewerbern war auch die Initiative "Panorama Rixdorf", die eine Fassade mit Szenen aus der Geschichte bemalte.

Um es vorweg zu nehmen: "Panorama Rixdorf" ist zwar nicht unter den ersten zehn Gewinnern. Dennoch freuen sich die Organisatoren über einen Einkaufsgutschein des Baumarkts, von dem sie gleich wieder Farben und Zubehör für die Weiterführung ihres Fassadengemäldes kaufen können. Gewonnen haben sie auf jeden Fall etwas, dass man ohnehin nicht kaufen kann: "In unserer Nachbarschaft hat unser Kunstprojekt ein sehr positives Echo gefunden und sogar deutschlandweit wurde es beachtet", freuen sich Tanja Dickert und Norbert Kleemann, Geschäftsführer der Kulturräume Kreative Gesellschaft Berlin (KGB 44), die das Projekt organisiert und betreut haben.

Ganz spontan hatten sie sich noch kurz vor Bewerbungsschluss im August zur Teilnahme am Wettbewerb angemeldet. Begonnen hatte das Projekt nach dem Einzug des KGB 44 im Juni 2010 in die Hertzbergstraße 1. "Wir wollten die Fassade auffälliger gestalten", erzählt Tanja Dickert. Mit der Idee, Motive aus der Neuköllner Geschichte auszuwählen, wandten sie sich an Schüler der Kunstschule Berlin. Deren Leiter fertigte einen Entwurf für die Fassade an, danach malten seine Studenten vor Ort. Gleichzeitig band das KGB 44 die Seniorenmalgruppe Accanello und einen Graffitti-Künstler in das Projekt ein. "Zunächst mussten wir aber unsere Vermieter von dieser Idee überzeugen. Sie haben uns dann sogar Material gesponsert", erzählt Tanja Dickert.

Im Laufe von etwa zwei Jahren erwuchs ein viel beachtetes Kunstwerk mit Motiven wie einem Dinosaurier, dem Einzug der ersten böhmischen Einwanderer, einem Zillemotiv und einer Straßenszene. "Täglich bleiben Leute stehen und machen Fotos", erzählt Norbert Kleemann. Auch Hausbesitzer aus der Nachbarschaft interessieren sich inzwischen für eine Möglichkeit zur Nachahmung. Der soziale Gewinn des Projekts, der beim Wettbewerb im Vordergrund stand, ist in jedem Fall messbar: "Ausnahmslos alle Bewerber zeichneten sich durch große Tatkraft aus. Das rechnen wir hoch an!", sagt Erdtrud Mühlens vom Netzwerk Nachbarschaft. Für Tanja Dickert und ihre Mitstreiter steht fest: "Wir machen weiter. Das war erst der Anfang der schönsten Straße Deutschlands!".


Sylvia Baumeister / SB
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