Wachschutz bezieht erneut Posten vor Schulen

Neukölln. An elf Neuköllner Schulen sorgen wieder private Sicherheitsdienste für einen störungsfreien Schulbetrieb. Bisher ist Neukölln der einzige Bezirk Berlins, der zu diesem, Mittel greift, um die Sicherheit der Schüler zu gewährleisten.

Nun sind sie endlich wieder da: Seit 15. Oktober bewachen Mitarbeiter des Kölner Unternehmens RSD - Rheinische Sicherheits Dienste elf Schulen im Norden und Süden des Bezirks. Zum Ende letzten Jahres hatte Schulstadträtin Franziska Giffey (SPD) die Verträge aufgrund der Haushaltsknappheit kündigen müssen. Am Albert-Schweitzer-Gymnasium, wenige Meter vom Hermannplatz entfernt, fanden Schüler tags darauf zwei Drogenjunkies bewusstlos mit Spritzbestecken auf einer Toilette vor. Dieser Vorfall hatte eines bestätigt: "Die Wachschützer sind nicht das Idealbild für Schulen, verbessern aber an einigen Standorten die Bedingungen für Lehrer und Schüler", sagt Giffey. So sieht es auch der Schulleiter des Albert-Schweitzer-Gymnasiums: "Wir freuen uns, das der Wachschutz wieder da ist", bestätigt Georg Krapp. Seine Schüler fühlten sich "nicht bewacht, sondern beschützt". Es gehe nicht um schulinterne Auseinandersetzungen, sondern nur um Störungen durch schulfremde Personen. Je zwei Männer kontrollieren jetzt täglich während des Schulbetriebs, wer das Grundstück betritt und ob er dazu befugt ist. Mindestens einer von ihnen hat einen Migrationshintergrund und spricht somit türkisch, arabisch oder andere Sprachen. Allein die Kontrolle hält offenbar viel Ärger fern, denn in vier Jahren, in denen ein Sicherheitsdienst zuvor an 16 Schulen tätig war, konnten über 400 Störfälle verhindert werden.

Dafür muss der Bezirk tief in die Tasche greifen. Für dieses Jahr stellt Neukölln 400 000 Euro bereit, für das kommende Jahr noch einmal 600 000 Euro. Nur aufgrund zusätzlicher Mittel vom Senat kann man es sich leisten, den Wachschutz an den elf Schulen auf deren ausdrücklichen Beschluss einzusetzen.

Die 24 Mitarbeiter wurden zuvor sorgfältig geschult und auf jede Einrichtung individuell vorbereitet. Nach Ablauf von 2013 muss der Bezirk aber erneut mit dem Senat über Mittel verhandeln, denn, so Giffey: "Für die Finanzierung müssen die Bezirke selbst sorgen."


Slyvia Baumeister / syri
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