Anwohner der Griechischen Allee wollen Parkflächen auf ungenutztem Markt

Bernd Neumann, Stefan Förster und Bernd Lippert (von links) beim Ortstermin. (Foto: Ralf Drescher)

Oberschöneweide. Vor gut zehn Jahren war der neugestaltete Marktplatz an der Griechischen Allee fertig. Die Ziele der Stadtplaner sind inzwischen Makulatur, ein Markt findet seit rund drei Jahren nicht mehr statt. Anwohner würden die Fläche gern wieder zum Parken nutzen.

Ortstermin mit Stefan Förster, Bürgerdeputierter im BVV-Ausschuss für Stadtplanung. Über den Marktplatz fegt ein kalter Wind. Außer ein paar kalten Bänken aus Stein, drei Altglascontainern und einer Wall-Toilette findet sich nichts, was an einen Markt erinnert. "Das ist schon seit mehreren Jahren so. Zuletzt gab es einmal pro Woche noch zwei Marktbuden, dann hat der Betreiber das Handtuch geworfen. Parkplätze sind im Wohngebiet Mangelware und abends kommt das Ordnungsamt und kassiert Falschparker gnadenlos ab. Auf dem Markt könnten rund 40 Pkw stehen", sagt Bernd Neumann, der von seiner Wohnung an der Griechischen Allee direkt auf den leeren Platz blickt. Vor drei Jahren hat er bereits beim Tiefbauamt nachgefragt, ob nicht auf Teilen Pkw parken könnten. "Da hat man mir nur schnippisch mitgeteilt, dass eine Nutzung als Parkplatz dem Ziel der städtebaulichen Aufwertung entgegenstehe und nicht im Interesse der Allgemeinheit wäre", sägt Neumann verärgert. Für Bernd Lippold, der am anderen Ende der Griechischen Allee wohnt, ist das nicht nachzuvollziehen. "Es gibt in Oberschöneweide einfach keinen Bedarf an einem Wochenmarkt, die Anwohner kaufen lieber bei Lidl und Co", sagt er.

Für Stefan Förster sind die Forderungen nachvollziehbar. "Aus heutiger Sicht waren die 750.000 Euro für den Umbau rausgeworfenes Geld. Das Aufstellen von drei Glascontainern ist ja auch kein Zeichen einer städtebaulichen Aufwertung. Ich denke, wir sollten nach einer Lösung suchen, wie zumindest auf Teilflächen wieder geparkt werden kann", sagt er. Nun will der FDP-Mann im BVV-Ausschuss für Stadtentwicklung die entsprechenden Vorschläge zur Diskussion einbringen. "Man sollte sich hier nicht länger hinter Floskeln von Stadtentwicklung verstecken, sondern im Interesse der Anwohner handeln", so Förster.

Der Platz an der Griechischen Allee war schon 1902 als Marktplatz hergerichtet worden. Nach einem städtebaulichen Wettbewerb 2002 wurde er bis August 2004 umgebaut. Volksfeste, wie einst geplant, fanden nie wieder statt.


Ralf Drescher / RD
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