Kreuzkröten auf früherem Güterbahnhof Pankow konnten noch nicht umgesiedelt werden

Das ehemalige Güterbahnhofsgelände ist die größte Brache in Pankow. (Foto: Bernd Wähner)

Pankow. Auf dem Gelände des einstigen Güterbahnhofs Pankow tut sich vorläufig nichts. Gebaut werden kann erst, wenn der Berliner Flächennutzungsplan (FNP) geändert ist. Dies hat zur Folge, dass hier auch kein Ausweichquartier für die hier ansässigen Kreuzkröten angelegt werden kann.

Die auf dem Areal lebenden Kreuzkröten gehören zu den letzten ihrer Art in Berlin. Die Amphibien zählen zu den gefährdetsten Tierarten. Erstmals wurden im Jahr 2009 die typischen Rufe der Kreuzkröte auf dem zurückgebauten Pankower Güterbahnhof zu hören.

Artenschützer vermuten, dass die Tiere entlang der Bahntrasse zugewandert sind. In nur wenigen Jahren haben sich mehrere hundert Tiere angesiedelt. Das Vorkommen ist einzigartig in Berlin.

2011, als absehbar war, dass das Gelände bebaut wird, unterbreitete der Naturschutzbund (Nabu) Vorschläge zum Schutz der Kreuzkröten und zur Umsiedlung. Danach sollten bis zu diesem Frühjahr drei neue flache Gewässer auf dem Gelände angelegt werden. In die sollten die Kreuzkröten umziehen, um vor dem künftigen Bauvorhaben geschützt zu sein. Doch die Bebauungsplanung ließ dies noch nicht zu.

Unabhängig davon haben der Berliner Senat und der Naturschutzbund bereits im vergangenen Sommer einige Tiere in das Naturschutzgebiet Falkenberger Rieselfelder umgesiedelt. Gehofft wird, dass hier eine weitere Kreuzkrötenpopulation im Land Berlin angesiedelt werden kann. Ob das funktioniert, wird sich allerdings erst in diesem Jahr zeigen.

Weitergehende Artenschutzmaßnahmen auf dem Pankower Güterbahnhofsgelände können allerdings erst durchgeführt werden, wenn die bauplanungsrechtlichen Voraussetzungen dafür geschaffen wurden, erläutert Stadtentwicklungsstadtrat Vollrad Kuhn (B'90/Grüne). Denn bislang sind die planungsrechtlichen Voraussetzungen noch nicht gegeben. Damit auf dem einstigen Bahn-Gelände gebaut werden kann, muss nämlich der Berliner Flächennutzungsplan (FNP) für diesen Bereich vom Senat geändert werden. Die eingegangenen Stellungnahmen, die den Senat im Rahmen des Flächennutzungsplan-Änderungsverfahrens erreichten, sind aber noch nicht komplett ausgewertet, erklärt der Stadtentwicklungsstadtrat. Solange der FNP aber nicht geändert ist, können noch keine offiziellen bauvorbereitenden Maßnahmen auf dem Gelände stattfinden.

Inzwischen haben sich Senat, Bezirk und der Investor, die KGG Krieger Grundstücksgesellschaft, zumindest auf einen Projektsteurer verständigt, der den Planungsprozess und die Abwägung weiterer Entscheidungen begleiten und die nächsten Schritte koordinieren soll. Ziel ist es, einen Rahmenplan für die gesamte Fläche zu erarbeiten. Er soll Grundlage für eine verbindliche Bauleitplanung werden, sagt Vollrad Kuhn. Für die Erarbeitung des Rahmenplanes ist ein Zeitraum von 18 Monaten angesetzt worden. BW
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Angelika Illgen aus Pankow | 30.04.2017 | 11:20  
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