Noch gibt es keine offiziellen Stellplätze für Reisemobile in Pankow

Pankow. Der Bezirk sollte für Touristen, die mit Reisemobilen in die Stadt kommen, attraktiver werden. Deshalb wünscht sich die SPD-Fraktion, dass im Bezirk feste Stellplätze für Reisemobile eingerichtet wird.

Einen entsprechenden Antrag stellte sie in der vergangenen Sitzung der BVV. Es solle vor allem geprüft werden, ob es im Siedlungsbereich des Bezirks geeignete Flächen für Wohnmobile gibt. Diese Flächen sollten sich in der Nähe des öffentlichen Nahverkehrs und wenn möglich auch in der Nähe des Pankower Radwegenetzes befinden.

"Für Berlinbesucher, die mit Reisemobilen anreisen würden, gibt es bisher in Pankow noch keine Angebote", erklärt Fraktionschefin Rona Tietje. Mit einer bisherigen Kapazität von zirka 800 Stellplätzen für rund 2000 Touristen sei Berlin in diesem touristischen Segment völlig unterversorgt.

Dabei spiele Caravaning im Deutschland-Tourismus eine wachsende Rolle. Von den etwa 1,35 Millionen Wohnmobilen in Europa entfallen allein 440 000 auf Deutschland, Tendenz steigend. Allein durch Deutschland reisen jedes Jahr über eine Millionen Touristen mit Wohnmobilen.

"Die Gewinnung dieser touristischen Zielgruppe ist in mehrfacher Hinsicht für den Bezirk interessant", so Tietje weiter. "Viele, die mit dem Wohnmobil unterwegs sind, gelten als Individualisten außerhalb des Massentourismus, häufig mit höherem Bildungsstand." Diese bevorzugen Stellplätze in der Nähe von städtischen Kulturangeboten, aber auch in der Nähe von Shopping- und Flaniermöglichkeiten.

So ist abzusehen, dass diese Touristen auch Geld im Bezirk lassen. Für den Bezirk selbst erschlössen sich über Stellplatzgebühren beziehungsweise Abgaben von Stellplatzbetreibern zusätzliche Einnahmequellen.

Die Einrichtung eines Stellplatzes für Wohnmobile sei eine vergleichsweise preiswerte touristische Infrastrukturmaßnahme, so Tietje. Neben einer passenden Fläche müssen nur ein Stromanschluss, ein Frischwasserzugang und eine Abwasserentsorgung gesichert sein. Der Deutsche Tourismusverband (DTV) empfiehlt außerdem, Internetzugang zu ermöglichen und eine touristische Informationstafel aufzustellen.


Bernd Wähner / BW
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