Wolfshagener Straße: Bäderbetriebe wollen Schwimmhalle bauen

Im Sommerbad Pankow hat die neue Badesaison noch nicht begonnen. Grund: Bauarbeiten der Wasserbetriebe. (Foto: BW)

Pankow. Die Türen der Schwimmhalle an der Wolfshagener Straße werden sich nie wieder öffnen. Darin sind sich inzwischen wohl alle Politiker, die Berliner Bäderbetriebe (BBB) und der Liegenschaftsfonds, der die Immobile derzeit verwalte, einig. Stattdessen wird als neue Lösung ein Neubau unmittelbar am Sommerbad Pankow favorisiert.

So soll an der Wolfshagener Straße ein Kombibad entstehen. Entsprechende Pläne stellte BBB-Vorstand Ole Bested Hensing kürzlich bei einem Besuch von SPD-Fraktionschef im Abgeordnetenhaus Raed Saleh vor. In Begleitung der Pankower Abgeordneten Torsten Schneider und Dennis Buchner (beide SPD) machte sich dieser ein Bild von der aktuellen Situation an der Wolfshagener Straße.

Die frühere Schwimmhalle war 2001 zunächst vorübergehend geschlossen worden. Es gab Mängel an der Bausubstanz und Technik. 2002 beschloss der Senat, die Halle nicht mehr zu öffnen. Daraufhin wurde sie in die Verwaltung des Landesliegenschaftsfonds übergeben. Jahrelang suchte dieser erfolglos nach neuen Nutzern. Inzwischen ist die Halle eine Ruine. An eine Sanierung ist nicht mehr zu denken.

Ein paar Meter weiter befindet sich der neue Eingang zum Sommerbad Pankow. Dieser wurde erst im vergangenen Jahr gebaut. "Mit 80.000 Quadratmetern Fläche ist das unser größtes Sommerbad in Berlin", sagt Bäderchef Hensing. Trotz einiger warmer Tage hat die Badesaison dort noch nicht begonnen. "Wir müssen hier noch einige Reparaturarbeiten zu Ende bringen", begründet das Hensing. Man sei in Zeitverzug geraten, weil die Berliner Wasserbetriebe im Umfeld des Bades an Frischwasser- sowie Abwasserleitungen ohne vorherige Absprache mit den Bäderbetrieben arbeiten und dem Sommerbad den Hahn zudrehte. "Das brachte uns etwa zehn Tage Verzögerung", so der Bäderchef. Er geht davon aus, dass das Sommerbad am 14. Juni eröffnen kann.

So musste Ole Bested Hensing den SPD-Abgeordneten bei hochsommerlichen Temperaturen vor leeren Becken erklären, was er mit dem Bäderstandort vorhat. Weil es auf dem Areal genug Platz gibt, soll unmittelbar an den vier Wasserbecken eine neue Schwimmhalle entstehen. Diese sollen neben den Pankowern auch Schulen und Sportvereine nutzen können. Sollte das Land Berlin diese Idee mittragen, würde man in den Bäderbetrieben umgehend mit der Planung beginnen. So könnte das Multifunktionsbad in spätestens drei Jahren eröffnen. Hensing rechnet mit Baukosten zwischen 20 bis 40 Millionen Euro.

In der SPD-Fraktion begrüßt man die Idee ausdrücklich, erklärt Fraktionschef Raed Saleh: "Der Standort für eine neue Halle ist äußerst günstig. Wir hoffen, dass wir die anderen Fraktionen mit ins Boot holen können." Ein Kombibad ist nicht nur für die Besucher attraktiv. Es lässt sich auch von den Bäderbetrieben effektiv betreiben. Man brauche nicht so viel Personal wie bei zwei Einzelbädern, so der Bädervorstand. Das entlaste dann wiederum den Haushalt.

Doch nun konzentrieren sich die Bäderbetriebe erst einmal auf die Sommersaison 2014. Bei schönem Wetter besuchen jeden Tag etwa 7000 Menschen das Sommerbad. Da haben die Mitarbeiter allerhand zu tun. Geöffnet ist das Bad in diesem Jahr täglich von 8 bis 20 Uhr.


Bernd Wähner / BW
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