In der Knaackstraße 80 kann jeder einen großen Meister kopieren

Die Idee zum Malsalon hatten Kristin Möller, Johanna Möller und Anne Naundorf. (Foto: BW)

Prenzlauer Berg. Wer einen Blick durch das große Schaufenster in der Knaackstraße 80 wirft ist begeistert. Dort hängen viele bekannte Bilder an der Wand. Aber das sind natürlich keine Originale. Gemalt wurden sie nach den Vorlagen bedeutender Künstler von Hobbymalern.

Die Chance, Meisterwerke aus unterschiedlichen Epochen zu kopieren, eröffnete ihnen der Malsalon. "Gemalt wird bei uns unter professioneller Anleitung in entspannter Atmosphäre", sagt Kristin Möller. Sie arbeitet eigentlich als Lehrerin für Deutsch als Fremdsprache. Gemeinsam mit Johanna Möller und Anne Naundorf, die als Kuratorin arbeitet, eröffnete sie den Malsalon vor einem Jahr.

Die Anregung für den Malsalon erhielten Johanna und Kristin Möller in Amerika. Dort lebte Johanna, die von Beruf Architektin ist, eine Zeit lang mit ihrem Mann, dem Bruder von Kristin Möller. Die beiden Frauen entdeckten in New York ein ähnliches Projekt. Sie ließen sich von der Idee inspirieren.

Zurück in Berlin entwickelten sie die Idee gemeinsam mit Anne Naundorf weiter. Geeignete Räume für den Malsalon fanden sie in unmittelbarer Nachbarschaft zur Kulturbrauerei. Im Malraum stehen Tische, darauf kleine Staffeleien, und es liegen Paletten, Farben, Leinwand und Papier bereit. Was Hobbymaler selbst mitbringen müssen, sind gute Laune und die Lust am Malen.

An den Malabenden und -nachmittagen, die donnerstags bis sonntags stattfinden, steht jeweils ein Kunstwerk auf dem Programm, das nachgemalt wird. Ein professioneller Künstler erklärt den Teilnehmern, wie sie Schritt und Schritt das Bild mit eigenem Pinselstrich kopieren können. Nach drei, vier Stunden kann jeder sein ganz persönliches Meisterwerk mit nach Hause nehmen. Ein Jahr nach dem Start des Malsalons kann Johanna Möller resümieren: "Unsere Idee wird gut angenommen. Wer einmal bei uns mitgemacht hat, ist begeistert. Es gibt sogar schon einige, die immer wieder kommen, um neue Bilder zu malen." Für diese Gäste nimmt das Trio auch immer wieder neue Kunstwerke ins Programm auf. Derzeit sind es über 20 Motive, die im Malsalon nachgemalt werden können. Darunter sind Bilder von Monet, Marc, Seurat, von Gogh oder Klimt. Ganz neu im Programm ist Popart, und nachgedacht wird auch über Zille. Zu den beliebtesten Motiven zählt "Der Kuss" von Gustav Klimt.

Nach einem Jahr plant das Malsalon-Trio noch weitere Angebote. So beginnt es, auch Berlin-Motive ins Angebot aufzunehmen. "Damit möchten wir Touristen ansprechen, die sich gern ein ganz persönliches, selbst gemaltes Andenken aus der Stadt mitnehmen wollen", so Kristin Möller.

Zweimal im Monat findet außerdem eine Session "Mal dich glücklich" statt. Bei dieser können die Teilnehmer ein eigenes Foto mitbringen, das sie abmalen möchten. Eine weitere Idee: "Wir arbeiten mit Partnership zusammen", sagt Kristin Möller. "Bei uns treffen sich Singles, die sich dann über das Malen kennenlernen können." Außerdem möchte der Malsalon ab September einen Malnachmittag für Kinder unter dem Motto "Kids Painting" anbieten.

Weitere Informationen zu den Terminen im Malsalon und zu nächsten Aktionen gibt es auf www.malsalon.de.

Bernd Wähner / BW
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