20 Jahre in der BVV: Stephan Schmidt will ins Abgeordnetenhaus wechseln

Seit 20 Jahren macht Stephan Schmidt Politik. (Foto: Privat)

Reinickendorf. Der CDU-Fraktionsvorsitzende in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV), Stephan Schmidt, hat am 22. Oktober seine 20-jährige Mitgliedschaft in der BVV gefeiert – und zugleich seinen Wechsel aus der Kommunal- in die Landespolitik angekündigt.

Ein Coupon war schuld daran, dass Stephan Schmidt in die Politik ging. Der politisch interessierte Schüler des Herwegh-Gymnasiums hatte in den bewegten Zeiten der Wiedervereinigung eine Veranstaltung mit dem damaligen Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) besucht, wo ihm jener Coupon in die Hand gedrückt wurde. Damit konnte man Informationsmaterial über Junge Union (JU) und CDU anfordern. Das Paket, das dann bei ihm zu Hause ankam, bewog ihn zum Besuch des damaligen JU-Clubs in Alt-Reinickendorf.

Schmidt blieb, trat 1990 in die JU ein, ein Jahr später in die CDU. Dass er regelmäßig für die Schülerzeitung „Die Penne“ am Georg-Herwegh-Gymnasium schrieb, wo er 1993 Abitur machte, verhalf ihm dann 1995 zu einer wichtigen Aufgabe als frisch gewählter Bezirksverordneter: Er wurde Pressesprecher der Fraktion.

Zugleich lernte er, dass Kommunalpolitik oft der Weg der kleinen, unspektakulären Schritte ist, und konnte dabei auch einen Erfolg verbuchen: Seine Anfrage zu verkommenen, von einem Pilz überdachten Sitzbänken am Hermsdorfer Waldsee veranlasste das Bezirksamt, dort zu renovieren. Allerdings musste er auch die Begrenztheit solcher Erfolge erkennen – der Pilz, immer wieder Ort von Vandalismus, existiert nicht mehr.

Lange übte Schmidt für seine erste Rede: Als Bundeswehrsoldat war er nach Ansicht seiner Fraktion besonders geeignet, zum Thema öffentliche Gelöbnisse zu sprechen. Dabei machte er auch die Erfahrung, dass das Lampenfieber von voller Redefahrt schnell verschwand. Und so wurde er auch zum „Haudrauf“ seiner Fraktion, der zugespitzt CDU-Positionen anderen Parteien entgegenhielt. Und das, obwohl er als Vorsitzender des Wirtschafts- und später des Bauausschusses sehr wohl auch überparteilich Diskussionen leiten konnte.

Seit 2011 ist Schmidt Fraktionsvorsitzender, und stellt gerade hier Kompromissfähigkeit unter Beweis, in der Zählgemeinschaft mit den vom ihm früher gerne attackierten Grünen. Jetzt zieht es den gelernten Immobilienkaufmann und Vater von drei Kindern ins Abgeordnetnehaus. Beim CDU-Parteitag am 13. November möchte er sich als Kandidat für den Wahlkreis Heiligensee, Konradshöhe, Tegelort und Saatwinkel aufstellen lassen, als Nachfolger von Manuel Heide, der nicht mehr antreten wird. CS
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