BLO-Künstler können auf Bahngelände im Kaskelkiez bleiben

Auch Kunstschlosser Alexander Dammeyer (l.) öffnet seine Werkstatttüren. (Foto: Foto: Wrobel)
 
Der Kunstschlosser Alexander Dammeyer (l.) öffnet den Besuchern seine Werkstatt "st37". (Foto: Foto: Wrobel)
Berlin: Lockkunst e.V. |

Lichtenberg. Der Verein "Lockkunst" kann das Bahngelände an der Kaskelstraße 55 für weitere zehn Jahre nutzen. Das will die Ateliergemeinschaft mit den Kiezbewohnern feiern und lädt am 18. Juli zum "Tag der offenen Tür".

"Schlosser machen Lärm. Es ein Problem, einen guten Standort für die Werkstatt zu finden, vor allem im Stadtgebiet", sagt Kunstschlosser Alexander Dammeyer. Deshalb ist die BLO-Ateliergemeinschaft ein ungewöhnlicher Ort: Am Rand der Victoriastadt in der Kaskelstraße 55 gelegen, bietet die ehemalige Fläche des Bahnbetriebs Berlin Lichtenberg Ost (BLO) seit zehn Jahren Dutzenden von Künstlern und Kunsthandwerkern Platz zum Arbeiten.

Die Kreativen haben die alten Bahngebäude aus dem 19. Jahrhundert wiederbelebt und das Gelände zu einem Ort der schöpferischen Vielfalt umgewandelt. In Nachbarschaft zu den Wohngebieten am Nöldnerplatz und zur Victoriastadt wird Theater gemacht, gemalt, fotografiert, Möbel designt, Plastiken geformt. Die prächtigste Skulptur findet sich im Garten: ein in den Bäumen hängendes Herz aus Eisen. Daneben werden Pflanzen in allen möglichen Gefäßen gezogen, und auch einige Bienenvölker leben hier.

Die Künstler, die sich im Verein "Lockkunst" zusammengeschlossenen haben, mussten allerdings in den vergangenen Jahren um ihren Standort bangen. Denn der Mietvertrag mit der Deutschen Bahn lief aus. Ein neuer war nicht in Sicht. "Nach zwei Jahren Verhandlungen lagen bei vielen die Nerven blank", sagt Karola Vogel. Sie hat zusammen mit anderen Mitgliedern des Vereins die Vertragsverlängerung erwirkt. "Eine nur moderate Mieterhöhung gibt uns die Möglichkeit zu bleiben. Wir sind wirklich froh und zufrieden", sagt die Sprecherin des Vereins. Zehn Jahre sind die Künstler sicher – und schon jetzt führen sie erste Gespräche mit der Bahn, um ihr Bleiben auch über diese Zeitspanne hinaus zu sichern.

Fürs Erste wollen die Nutzer der Ateliers aber allen feiern, die rund um das Bahngelände wohnen. Am Sonnabend, dem 18. Juli, öffnen sie zwischen 14 und 20 Uhr ihre Ateliers. So zeigt etwa die Künstlerin Sabine Alex das Ergebnis des Foto-Workshops mit der Foto-Arbeitsgemeinschaft der Gottfried-Keller-Schule aus Charlottenburg. Federleicht anmutendes Design aus Beton präsentiert Till Gruhl. Bernd Fuchs und Janna Skroblin zeigen in ihren Ateliers Holzbildhauerei. Und dass Bambus ein äußerst stabiler Werkstoff ist, das können Besucher bei Dan Vogel-Essex entdecken. Der Industriedesigner aus Kentucky stellt unter dem Namen "ozon bicycles" Bambusfahrräder her.


Ab 20 Uhr gibt es auf dem Gelände ein breites Kulturprogramm. Die Kindertheatergruppe von K.I.E.Z. ToGo zeigt das Stück "Hundeherz" nach dem gleichnamigen Roman von Michail Bulgakow. Um 21 Uhr präsentieren die Singer und Songwriter "Karl & Oskar" Musik unter freiem Himmel.

Wenn es dunkel wird, spielen einige Künstler auch mit dem Feuer. Nicht zuletzt können die Besucher ausgiebig rocken: Um 22.30 Uhr tritt die Punk-Coverband "Scrapyard" auf und gegen Mitternacht die Band "Aliens incognito".

Der Eintritt zum Tag der offenen Tür ist frei. Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.blo-ateliers.de.

KW
0
Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.