Zum Schmausen in den Keller: Rathaus-Gewölbe wird Mensa der Carl-Orff-Schule

Junges Blut ins alte Gemäuer: Im Ratskeller sollen sich zur Mittagszeit bis zu 475 Kinder tummeln. (Foto: Thomas Schubert)
Berlin: Rathaus Schmargendorf |

Schmargendorf. Bewegung im Immobilienkarussell: Laut Plänen des Bezirksamts bezieht die Mensa der Orff-Schule den Ratskeller am Berkaer Platz. Und die Reichwein-Bibliothek rückt aus dem Rathaus in den frei werdenden Nebenbau der Schule. Ein Gewinn für alle Beteiligten?

Harry Potter isst mit. So könnte Stadträtin Dagmar König (CDU) Kindern einen Umzug schmackhaft machen, der vielleicht schon in den Osterferien 2016 über die Bühne geht. Tatsächlich erinnert das gewölbeartige Souterrain des Rathauses Schmargendorf an die Architektur aus Harry Potters Reich.

Während es sich beim Zauberknaben um eine literarische Figur handelt, speisen künftig 475 leibhaftige Kinder der Carl-Orff-Schule im Ratskeller. Hier hatten sich zuletzt Gastronomen am Verkauf von rustikaler Küche versucht – und verhoben. Seit Anfang 2015 stehen die Räume leer, aber sind nun Dreh- und Angelpunkt in Königs Planungen.

„Das wird definitiv keine Verschlechterung“ kommentiert sie die Idee, den Mensabetrieb der Schule hierhin zu verlagern. Nur 50 Meter weiter müssten die Kleinen zum neuen Verköstigungsort laufen. Und fänden einen barrie-refreien Zugang vor.

Der fehlt aktuell in der Adolf-Reichwein-Bibliothek, die zwei Etagen des Rathauses Schmargendorf belegt. Im Erdgeschoss schmökern Erwachsene, oben Kinder. Dies führt in Verbindung mit der angespannten Personalsituation dazu, dass beide Abteilungen unterschiedliche Öffnungszeiten haben, was den Betrieb laut Leiterin Bettina Wachlholz massiv erschwert. „Derzeit sind wir keine Familienbibliothek“, erklärt sie den Kritikpunkt, den man mit dem Umzug ins frei werdende Mensagebäude der Schule abstellen will. Dort hätte man Erwachsenen- und Kinderabteilung an einem Fleck, könnte die Öffnungszeiten auf 16 Wochenstunden verdoppeln und damit die vorbildlichen Ausleihzahlen weiter steigern. Außerdem wäre die Reichwein-Bibliothek dann ebenfalls barrierefrei erreichbar.

Derzeit scheinen allein die schwachen Lichtverhältnisse im Ratskeller das Bild zu trüben. Doch König verspricht hier mit verschiedenen Maßnahmen zur Erhellung Abhilfe zu schaffen. Bevor der Plan Wirklichkeit wird, braucht es ohnehin noch die Zustimmung der BVV. tsc
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