Ein Meter Autobahn: Belgischer Künstler zeigt Installation

Eröffnung der Autobahn-Installation "Concrete Evidence: 1m" des Belgiers Lodewijk Heylen. (Foto: KEN)
Berlin: Hans-Baluschek-Park |

Schöneberg. Dem Namensgeber des Parks hätte die Installation vielleicht gefallen. Hans Baluschek malte Bilder, die den Verkehr zum Thema hatten: Bahnhofshallen, anfahrende Schnellzüge, Großstadtbahnhöfe. Lodewijk Heylen interessieren Autobahnen.

Der junge belgische Künstler hat im Hans-Baluschek-Park unweit der Schöneberger Gartenarbeitsschule und in Hörweite der A 100 ein Stück deutsche Autobahn in die Wiese gesetzt - im Maßstab 1:1, in der Originalbreite von 36 Metern, aber nur einen Meter lang. Am 2. Mai wurde die Installation "Concrete Evidence: 1m" der Öffentlichkeit vorgestellt.

"Ein Meter Autobahn mitten im Hans-Baluschek-Park, das irritiert und mag den einen oder anderen auch provozieren", meint Petra Zwaka, Leiterin der Tempelhof-Schöneberger Museen. Der Hans-Baluschek-Park, der frühere Priester-Pape-Park, sei der "autogerechten Stadt" abgerungen worden. Das sieben Hektar große Stück Grün verläuft in Nord-Süd-Richtung entlang der S-Bahntrasse zwischen den Bahnhöfen Priesterweg und Südkreuz.

"Die Skulptur soll die Frage nach der Beziehung zwischen Natur und urbanem Leben aufwerfen und danach, wie von Menschen geschaffene und in den Alltag selbstverständlich integrierte Bauprojekte gigantischen Ausmaßes unser Leben heute bestimmen", interpretiert Museumsleiterin Zwaka "Concrete Evidence: 1m".

Laut Kulturstadträtin Jutta Kaddatz hat die bezirkliche Kunstkommission die Realisierung dieses Kunstwerkes einstimmig an diesem Ort empfohlen. Dort, wo Menschen Ruhe und Erholung suchen, in einem Park, der als sogenannte Ausgleichsmaßnahme für den Ausbau des Stadtautobahnrings geschaffen worden ist. "Das Kunstwerk wird zum Diskutieren und Nachdenken anregen", so Kaddatz.

Er habe vor rund fünf Jahren mit dem Autobahn-Projekt begonnen, erklärt Lodewijk Heylen. "Autobahnen haben mich immer fasziniert." Bis einer seiner Professoren ihm riet, doch einmal seine eigene zu machen. Es vergingen drei Jahre mit vorbereitenden Arbeiten, auch mit der Suche nach Unterstützern und Sponsoren. Dann sei sein Projekt "etwas eingeschlafen". Bis Heylen wieder nach Berlin kam und mit der Kunstmanagerin Frederiek Weda sein Vorhaben besprach. Weda hat nun auch die Arbeit kuratiert. "Und jetzt steht es da für ein Jahr. Sehen wir mal, wie das läuft", sagt Lodewijk Heylen.

Während der Sommermonate will der Bezirk für Schulen Workshops mit dem Künstler und der Kuratorin organisieren.


Karen Noetzel / KEN
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