Informationsdefizite bei Flüchtlingsunterkünften: Bürgermeisterin kritisiert Lageso

Tempelhof-Schöneberg. Der Flüchtlingsstrom reißt nicht ab. In den Bezirken müssen weitere Unterbringungsmöglichkeiten geschaffen werden. Das Bezirksamt will betroffene Anwohner informieren.



Man sei bemüht, die Bürger „rechtzeitig, umfassend und inhaltlich richtig“ über die Einrichtung von Flüchtlingsunterkünften in ihrer Nachbarschaft in Kenntnis zu setzen, so Bürgermeisterin Angelika Schöttler (SPD) in der Beantwortung einer mündlichen Anfrage des CDU-Verordneten Denis McGee.

Doch dabei sei das Bezirksamt auf rechtzeitige und konkrete Informationen aus dem Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) angewiesen. „Leider bestehen weiterhin Informationsdefizite, die die Vorbereitung von Bürgerveranstaltungen erheblich erschweren“, kritisiert die Rathauschefin.

Beispiel: das Gebäude Großbeerenstraße 34-40, ein Privatgrundstück, das das Lageso am 9. September beschlagnahmt hat. Nur zwei Tage später bezogen es Flüchtlinge aus Bosnien, Russland, Afghanistan, Iran, Syrien, Irak, Pakistan, Moldawien, Ukraine und Albanien. Derzeit sind gut 200 Menschen dort untergebracht. Eine Infoveranstaltung für die Anwohner fand aber erst über einen Monat später statt. Das Lageso hatte den Bezirk über den Zeitpunkt der Eröffnung nicht eindeutig unterrichten können.

Bald soll das Rathaus Friedenau mit Flüchtlingen und Migranten belegt werden. Auch dazu gibt es bislang keine offiziellen Aussagen seitens des Landesamts. Das Lageso „prüft“ das Rathaus am Breslauer Platz als Flüchtlingsunterkunft, sagt Bürgermeisterin Schöttler. Nach dem Auszug des Jugendamts zum Jahresende sind Umbaumaßnahmen geplant.

Das Bezirksamt bereitet eine Informationsveranstaltung im November vor, auch wenn noch nicht bekannt ist, wann und in welcher Zahl Flüchtlinge ins Rathaus einziehen werden. KEN
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