Bezirk verhandelt mit Bäderbetrieben

Schöneberg. Das Bezirksamt wird mit den Berliner Bäderbetrieben über spezielle Stunden für inter- und transsexuelle Menschen im Schwimmbad Schöneberg verhandeln.

Ein entsprechender Antrag - zwei Stunden im Monat - wurde mit den Stimmen von SPD, Grünen, Piraten und Linken in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) beschlossen. Zuvor hatten sich die Christdemokraten dafür ausgesprochen, das "spannende, intime Thema" in den Ausschuss für Frauen-, Queer- und Inklusionspolitik zu überweisen.

In der Debatte gab Matthias Steuckardt (CDU) zu bedenken, dass nicht nur Transsexuelle angepöbelt würden. Auch brustamputierte Frauen, dicke oder extrem magere Menschen ernteten schiefe Blicke und böse Bemerkungen. "Das Separieren widerspricht dem Inklusionsgedanken", so Steuckardt. Das Ansinnen von Grünen und Sozialdemokraten erinnere ihn an den Veggietag - die Forderung nach einem fleischlosen Tag in der Woche - der Ökopartei und sei ein Versuch der "Zwangsbeglückung". Die CDU stimmte gegen den Antrag.

Die CDU lasse jedes Mitgefühl mit den Betroffenen vermissen, kritisierte der grüne Sprecher für schwullesbische Angelegenheiten, Marius Feldkamp. Der Antrag habe kurz nach seiner Veröffentlichung in Internetforen und sozialen Netzwerken einen Shitstorm ausgelöst, was verdeutliche, welchen Anfeindungen und welcher Häme diese Menschen ausgesetzt seien, so Marius Feldkamp.


Karen Noetzel / KEN
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