Harsche Kritik des Steuerzahlerbundes an der Begegnungszone Maaßenstraße

Steine des Anstoßes: 50 knallbunt bemalte Betonklötze. Sie trennen die Fahrbahn vom Fußgängerbereich. Foto: KEN (Foto: KEN)
Berlin: Begegnungszone Maaßenstraße |

Schöneberg. Inkompetenz und kopfloses Handeln: Harsche Worte über ein Projekt des Senats, das als Modell für die Stadt dienen soll – die Begegnungszone in der Maaßenstraße.

Gefällt hat dieses Urteil der Bund der Steuerzahler (BdSt) in seiner aktuellen Schwarzbuch-Ausgabe (www.schwarzbuch.de). Für bisher mehr als 835 000 Euro wurde die Straße zwischen Nollendorf- und Winterfeldtplatz umgebaut, damit alle Verkehrsteilnehmer verträglich miteinander auskommen.

Dafür, so der Berliner BdSt-Vorstandsvorsitzende Alexander Kraus, sei die Maaßenstraße mit knallbunt bemalten Betonwürfeln verengt, der ruhende Verkehr verbannt und der Radverkehr auf die Fahrbahn verlagert worden. Kraus stellt fest: Bei Anrainern, Händlern und Gastronomen kommt die Begegnungszone überhaupt nicht gut an. Wenige benutzten die stählernen Sitzbänke. Viele befürchten Müll, nächtliche Saufgelagen und Lärm. Gastwirte ärgere die verkleinerten Ausschankflächen und damit Umsatzeinbußen; es fehlten Parkplätze mit der Folge einer zugeparkten Fahrbahn, weswegen Radfahrer die Begegnungszone laut BdSt schon „Todeszone“ nennen.

Für die knappe Million, so Kraus, hätte der Senat lieber marode Gehwege in der Stadt sanieren sollen, immerhin 10 000 Quadratmeter. Tempelhof-Schöneberg gebe selbst den Anteil seiner sanierungsbedürftigen Gehwege mit 50 Prozent an.

Daher schlägt der BdSt-Vorsitzende vor, Planungen für weitere Begegnungszonen zu stoppen und die bestehende in der Maaßenstraße gegebenenfalls zurückzubauen, auch wenn dadurch wieder Kosten entstünden. „Das wäre dann aus meiner Sicht ein Schaden, den die Entscheider zu verantworten haben."

Bürgermeisterin Angelika Schöttler (SPD) hält dagegen, beim Umbau der Maaßenstraße seien die bei der „sehr intensiven“ Bürgerbeteiligung formulierten Ziele umgesetzt worden. Einen Mangel an Qualität bei der Ausgestaltung sieht Angelika Schöttler allerdings auch. Hier müsse nachgearbeitet werden. Schuld daran sei ein zu kleines Budget. „Was den Bund der Steuerzahler eigentlich freuen müsste“, meint die Bürgermeisterin. KEN
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