Politiker wollen zumindest Teilrückbau der Begegnungszone

Begegnungszone - und nun? Zur Podiumsdiskussion im "Hubraum" der Deutschen Telekom hatte Ayo Gnädig (links) eingeladen. Es diskutierten (v.l)Städteplaner Walter Ackers, CDU-Fraktionschef Ralf Olschewski, Alexander Kraus vom Steuerzahlerbund, Thomas Birk (Grüne), Sebastian Ahlefeld (FDP), Annette Hertlein (SPD) und Elisabeth Wissel (Linke). Foto: KEN (Foto: KEN)
Berlin: Hubraum |

Schöneberg. Der Vorfall ist symptomatisch: Kurz vor Beginn der Diskussion über die Begegnungszone Maaßenstraße wird ein Radfahrer von einem Auto auf die Motorhaube genommen.

Untragbar sei die Begegnungszone, von der Politik erwarte man Lösungen, Umfragen von CDU und FDP hätten eine „breite Ablehnung“ ergeben, SPD und Grüne redeten den Umbau schön, so Ayo Gnädig von der einladenden Initiative „Rolle rückwärts“. Für einen Teilrückbau, zumindest aber für einige wichtige Veränderungen sind nun doch alle Parteien. Die CDU will einen Teilrückbau für höchstens 100 000 Euro, den laut Fraktionschef Ralf Olschewski wohl der Bezirk finanzieren muss.

Zurückbauen, aber nicht alles, will auch die FDP. Vor allem Behindertenparkplätze und eine zweispurige Fahrbahn fordert Vorstandsmitglied Sebastian Ahlefeld. Annette Hertlein von der SPD hält fest, dass die Umgestaltung der Maaßenstraße einen Rückbau möglich mache.

Der grüne Wahlkreisabgeordnete Thomas Birk spricht vom früheren „enormen Veränderungsdruck“ in diesem Bereich und von einem „in Teilen sehr unbefriedigenden“ Ergebnis. Er plädiert für mehr Stellplätze für das Be- und Entladen, alles aber unter Berücksichtigung des Nollendorfplatzumbaus. Elisabeth Wissel von der Linken wünscht sich mehr Grün und mehr Sicherheit für Kinder.

Der Braunschweiger Städteplaner und Gutachter Walter Ackers hält für die Probleme der Maaßenstraße eine simple Lösung parat: Bänke auf den Gehwegen zwischen den Bäumen, Radfahrer auf die Straße. Gehwege. seien „wichtigster Kulturraum der Stadt“ und „eigentlicher Begegnungsort“.

Alexander Kraus vom Bund der Steuerzahler ordnet die Begegnungszone der Berliner Fußverkehrsstrategie zu. Weil aber die Hälfte der Berliner Gehwege sanierungsbedürftig sei und die Stadt „irre Schulden“ habe, könne sie sich „solche Spielereien“ gar nicht leisten.

Die Meinungen im Publikum gehen auseinander. Während die einen keinen Rückbau, dafür aber mehr Polizei und Ordnungsamtmitarbeiter wünschen, nennen andere die Begegnungszone „peinlich, infantil und ästhetisch abstoßend“. Manche fordern nur „eine ordentliche Begrünung“. KEN
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