The same Procedure as every Year: Wasserfreunde Spandau erneut Deutscher Meister

Auch wenn sie regelmäßig deutscher Meister werden, haben die Wasserfreunde Spandau 04 das Feiern noch nicht verlernt. (Foto: Thomas Frey)
 
Spandaus Mehdi Marzouki (Mitte, schwarze Badekappe) verwandelt einen Strafwurf zum 6:6-Ausgleich. (Foto: Thomas Frey)

Spandau. Irgendwann im Frühling ist Ostern. Zu Silvester gibt es im Fernsehen immer „Dinner for one“ und jedes Jahr werden die Wasserfreunde Spandau 04 deutscher Wasserballmeister.

Seit 1979 gilt diese Regel fast ausnahmslos. Der aktuelle Titel ist der 35. in dieser Reihe. Das bedeutet, nur drei Mal waren während dieser Zeit andere Mannschaften besser. Eine solche Dominanz eines Vereins gibt es auf nationaler Ebene in keiner anderen Sportart. Selbst Fußball-Rekordmeister Bayern München kommt da längst nicht mit.

Und so lautet auch 2016 das Motto: „The same Procedure as every year“. Das galt ebenso für Finalgegner ASC Duisburg. Er gibt meist den Endspielkonkurrenten ab, muss sich dort dann aber, mit Ausnahme im Jahr 2013, geschlagen geben.

Aktuell passierte das wieder in der kürzesten Frist der sogenannten Best of Five-Serie, mit der der Wasserball-Champion ausgespielt wird. Das bedeutet, eine Mannschaft muss drei Spiel gewinnen, bevor sie den Pokal, samt Medaillen überreicht bekommt. Die Wasserfreunde legten dafür zunächst den Grundstein durch einen 10:9- Auswärtssieg am 15. Juni. Im heimischen Becken in der Schöneberger Schwimmhalle am Sachsendamm folgte dann am 18. Juni ein 11:7-Erfolg. Ehe einen Tag später am gleichen Ort und mit demselben Ergebnis der Sack endgültig zu gemacht wurde.

Allerdings war gerade diese letzte Partie über weite Strecken einigermaßen ausgeglichen. Duisburg ging zunächst in Führung, die Spandau im ersten Abschnitt durch einen Ausgleichstreffer egalisieren konnte.

Nach dem zweiten Viertel stand es sogar 5:4 für die Gäste, die kurz nach der Halbzeit ein sechstes Tor folgen ließen. Einige Minuten lag deshalb sogar eine kleine Überraschung in der Luft. Aber noch im dritten Abschnitt drehten die Spandauer das Ergebnis in eine 9:7-Führung. Ihr letzter Treffer fiel dabei knapp fünf Sekunden vor Ende des Viertels. Duisburg, dadurch etwas demoralisiert, kassierte dann im Schlussabschnitt zwei weitere Tore. Und brachte nicht zuletzt wegen eines mehrfach glänzend parierenden Wasserfreunde-Torwart Laszlo Baksa keinen Ball in dessen Gehäuse mehr unter.

Nach der Schlusssirene war dann wieder alles wie gehabt. Trainer Petar Kovacevic flog ins Wasser, es gab die obligatorische Sektdusche und die bekannten Siegeshymnen von „We are the Champions“ bis „An Tagen wie diesen“.

Auch wenn es solche Rituale fast jedes Jahr gebe, machen sie immer noch Spaß, betonte Kapitän Marco Stamm. Zumal die Duisburger gerade im dritten Finale seinem Team einiges abverlangt hätten. „Die wollten uns die Feier verderben.“ Denn bereits vor der Begegnung hatten die Wasserfreunde ihre Meisterparty geplant, die im Anschluss folgte.

Die Ziele für die kommenden Saison ähneln dann ebenfalls denen der vergangenen Spielzeiten. Natürlich erneut Meister werden. Ebenso wie Pokalsieger, was bereits im Mai zum 31. Mal gelungen ist. Und auch auf der europäischer Ebene eine bessere Rolle spielen.

Denn dort schied der deutsche Rekordmeister in den vergangenen Jahren jeweils bereits in der Vorrunde der Champions League aus. Nicht nur das, sondern auch die gescheiterte Qualifikation der Nationalmannschaft für die Olympischen Spiele in Rio stehen dafür, dass der deutsche Wasserballsport international derzeit höchstens zweitklassig ist.

Die Wasserfreunde Spandau 04 erleben diesen Unterschied regelmäßig, wenn sie einerseits die Bundesliga dominieren, bei Gegnern aus dem Ausland aber den Kürzeren ziehen. tf
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