Mal figürlich, mal abstrakt

Carola Humboldt und Gerald Rissmann zeigen Abstraktes und Figürliches in einer gemeinsamen Ausstellung. (Foto: K. Menge)
Berlin: Primobuch |

Steglitz. Auf den ersten Blick könnten die Bilder von Carola Humboldt und Gerald Rissmann unterschiedlicher nicht sein. Sie malt abstrakt, er figürlich. Dennoch haben die Bilder der beiden Künstler eines gemeinsam: die sichtbare Dynamik. In einer gemeinsamen Ausstellung im Primobuch können die Unterschiede und Gemeinsamkeiten entdeckt werden.

Carola Humboldt erzeugt im Makrodetail kontrastreiche Farbübergänge. Zum Teil bringt sie Farbe tubenweise auf den Malgrund, um dann mit der Nadel kleine Details hineinzukratzen. „Meine Bilder erzählen sehr viel“, sagt die Künstlerin.

Der Betrachter ist aufgefordert, auf eine intensive Entdeckungsreise zu gehen. Ganz dicht an das Bild heranzugehen, es zu berühren und zu fühlen – das ist dabei durchaus erwünscht. „Dann gibt es auch ganz viel zu entdecken“, verspricht die studierte Psychologin.

Da sind zum Beispiel kluge philosophische Sprüche, die in ein Bild hineingekritzelt sind oder interessante Details, die durch mehrere Farbschichten entstanden sind und von einem langen Arbeitsprozess erzählen. „Ich male sehr lange an einem Bild und an mehreren Bildern gleichzeitig. So kommt im Laufe der Zeit immer etwas Neues dazu. Das geht so lange, bis ich spüre, dass das Bild fertig ist. Dann tanzt innerlich das Herz und sagt: ,ja, das Bild darf ausgestellt werden'.“

In der Ausstellung sind sehr großformatige und farbgewaltige Bilder zu sehen, aber auch kleine, zartere Werke in Öl, Pastell oder Acryl.

Dem gegenüber stehen die Bilder von Gerald Rissmann. „Mir liegt das Figürliche mehr“, sagt er. In seinen Bildern geht es vor allem um die Bewegung. Springende und schwimmende Menschen, laufende Tiere oder ein schwingender Rock sind seine Motive. Das hat vielleicht auch etwas mit seinem früheren Beruf zu tun. Rissmann war bis 1996 Profi-Tänzer. „Als Stilmittel verwende ich eine oft schon kitschige Darstellung mit Bonbon-Farben und Überhöhungen“, erklärt Rissmann.

Dennoch gibt es auch Gemeinsamkeiten zwischen den beiden Künstlern. So trägt auch Rissmann verschiedene Farbschichten auf, dann kommen die Figuren hinzu. Wie in einem Mosaik oder Puzzle kommt eins zum anderen.

Beide Künstler kennen sich schon seit ihrer Abiturzeit Ende der 70er-Jahre. Für beide ist die Malerei eine Leidenschaft und erst mit den Jahren hat die aktive Beschäftigung damit einen immer größeren Raum im Leben eingenommen. Während Carola Humboldt lange Zeit als Psychologin gearbeitet hat, arbeitete Rissmann nach seiner Tanzkarriere als Physiotherapeut. Vor elf Jahren trafen sie sich bei einer Abi-Feier wieder und haben seither verschiedene Ausstellungen zusammen gemacht. KM

Die Bilder und Gemälde von Carola Humboldt und Gerald Rissmann sind bis zum 17. Juli bei Primobuch, Herderstraße 24, Mo-Sa, 11-18 Uhr. Eintritt frei.
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