CDA, AfA und Verdi fordern Rückkehr zur Tarifbindung

Vertreter von CDA, AfA und Ver.di machten vor Karstadt in der Schloßstraße auf die Situation der Kaufhaus-Angestellten aufmerksam. (Foto: K. Menge)

Steglitz. Bei brütender Hitze machten am Sonnabend, 27. Juli, Vertreter der Sozialausschüsse der CDU (CDA) Steglitz-Zehlendorf, der Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen in der SPD (AfA) und Verdi mit einer gemeinsamen Solidaritäts-Flugblattaktion auf die Situation der Beschäftigten bei Karstadt in der Schloßstraße aufmerksam.

Die Geschäftsleitung von Karstadt habe den Ausstieg aus der Tarifbindung beschlossen, erklärt Dieter Walther, Kreisvorsitzender der CDA Steglitz-Zehlendorf. Viele Beschäftigte hätten Angst um ihren Arbeitsplatz und befürchteten schlechtere Arbeitsbedingungen. "Wenn Karstadt aus dem Tarifvertrag raus ist, ist auch die Gewerkschaft außen vor", sagt Ruth Möller, stellvertretende Landesvorsitzende der AfA. Somit könnten die Arbeitgeber die Vergütung für die Karstadt-Beschäftigten absenken und neue Niedriglohngruppen wie etwa für Verräumtätigkeiten einführen, erklärt Möller mögliche Folgen, die der Ausstieg aus der Tarifbindung mit sich bringt. Ebenso soll es zwei Jahre lang keine Gehaltserhöhungen geben. "Dieses Verhalten ist unsozial und wir unterstützen die Karstadt-Beschäftigten bei ihrem Kampf um den Abschluss eines ordentliches Tarifvertrages", heißt es auf dem Flugblatt, das während der Aktion vor dem Karstadt-Haus in der Schloßstraße verteilt wurde. "Wir hoffen, dass wir die Kunden für die Situation der Beschäftigten des Hauses sensibilisieren können, sie sich solidarisch zeigen und an die Geschäftsleitung oder den Betriebsrat der Karstadt-AG schreiben, und sie auffordern, an den Verhandlungstisch zurückzukehren und einheitliche Tarifverträge geschlossen werden", sagt Dieter Walther.

Die Aktion in der Schloßstraße ist die erste dieser Art für die insgesamt rund 3000 Karstadt-Beschäftigten in Deutschland. "Wir in Steglitz haben den Anfang gemacht, es sollen deutschlandweit weitere folgen", so Walther. Er betont, dass der Protest keine Wahlkampfveranstaltung einer Partei sei. "Um zu zeigen, dass die Unterstützung von Arbeitnehmerinteressen im Fokus liegt, treten wir gemeinsam mit Verdi und der SPD auf."

Die Schreiben können gerichtet werden an die Karstadt-AG, Geschäftsleitung oder Betriebsrat, Schloßstraße 7-10, 12163 Berlin oder per E-Mail: hotline@karstadt.de.

Karla Menge / KM
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