Genehmigung für Pflanzaktion in letzter Minute

Antje Kuhl spendierte reichlich Pflanzen aus dem eigenen Garten. (Foto: K. Menge)

Steglitz. Seit Wochen stand der Termin für eine Pflanzaktion auf dem Hermann-Ehlers-Platz fest. Das Ordnungsamt wurde rechtzeitig informiert. Wenige Tage vorher untersagte die Behörde die Aktion. Aufgrund von Bürgerbeschwerden gab es schließlich doch noch eine Genehmigung.

Eines der drei Hochbeete auf dem Hermann-Ehlers-Platz ist jetzt hübsch bepflanzt. Storchschnabel, Taglilien, Waldmeister, Rudbeckia, Gedenkemein und Immergrün sind die klangvollen Namen der frisch gesetzten Pflanzen. Sogar Zierpaprika, Lorbeer und Rosmarin wachsen jetzt mitten auf dem Platz. Alle Pflanzen sind Spenden von Bürgern. Antje Kuhl zum Beispiel hat aus ihrem Garten in Lichterfelde eine große Anzahl Stauden mitgebracht. "Ich hatte aus der Berliner Woche von der geplanten Aktion erfahren und Kontakt zu den Organisatoren aufgenommen". Sie will wie viele andere auch für mehr Aufenthaltsqualität auf dem Platz am S-Bahnhof Rathaus Steglitz sorgen.

"Mit dieser Initiative wollen wir ein Zeichen setzen", sagt Tina Schütze, verantwortlich für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit beim DRK Berlin Süd-West. "Wir haben lange genug über eine Verschönerung des Platzes geredet. Jetzt machen wir einfach mal."

So einfach war es dann doch nicht. Die Bürokratie machte fast einen Strich durch die Rechnung. Wenige Tage vor der Aktion teilte das Ordnungsamt mit, dass die Aktion nicht genehmigt wird. "Wegen eines Formfehlers", sagt Johanna Schwarz, Projektleiterin vom DRK-Süd-West. Der Antrag sei per E-Mail an das Ordnungsamt geschickt worden. Die Ablehnung mit der entsprechenden Begründung erhielt die Initiative aber erst Wochen nach Antragstellung. Die Genehmigung eines neuen Antrags hätte weitere vier Wochen beansprucht. "Wir mussten den Termin absagen", sagt Schwarz.

Anwohner und Teilnehmer des Runden Tisches waren empört. "Viele Bürger haben beim Ordnungsamt angerufen und protestiert. Schließlich erhielten wir einen Tag vor dem Termin doch noch die Erlaubnis", erzählt Johanna Schwarz. Sie freut sich über das Engagement der Leute. Man habe zwar improvisieren müssen, dennoch hätten viele Bürger mit angepackt.

Ob die anderen beiden Beete auch noch bepflanzt werden, hängt davon ab, wie mit der neuen Rabatte umgegangen wird. "Wir wollen zunächst einmal sehen, wie es mit der Pflege klappt", sagt Johanna Schwarz. Es soll eine "wandelnde Gießkanne" geben, mit der die Geschäftsleute am Platz den Pflanzen Wasser geben können. Ein bisschen in Sorge sind die Initiatoren, was den Wochenmarkt betrifft. Werden die Händler die neuen Pflanzen wahr nehmen und pflegen oder stellen sie weiterhin ihre Kisten drauf?


Karla Menge / KM
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