Treitschkestraße: Piraten scheitern mit ihrem Antrag

Steglitz. Mit einem Kompromiss haben die Piraten den jahrelangen Namensstreit um die Treitschkestraße beenden wollen. Doch auch dieser Versuch ist in der Bezirksverordnetenversammlung gescheitert.

Mit dem Namen Treitschkestraße sollte nicht mehr an den umstrittenen Historiker Heinrich von Treitschke, sondern per Zusatzschild an den gleichnamigen Dramatiker, Theaterregisseur und Schmetterlingskundlern Georg-Friedrich Treitschke (1776 bis 1842) erinnert werden. Mit dieser Umwidmung entspreche man sowohl dem Willen der Anwohner als auch dem Wunsch zahlreicher jüdischer Menschen, die eine Erinnerung an Heinrich von Treitschke als schmerzlich empfänden, argumentierte Georg Boroviczény (Piraten). Mit einer solchen Umwidmung wolle seine Partei den Namensstreit endlich gütlich beilegen.

Zuletzt hatten die Anwohner Anfang des Jahres eine Umbenennung abgelehnt. Danach gab es einen entsprechenden Beschluss der BVV. Die Umbenennung schien endgültig vom Tisch zu sein. Doch der Antrag fand bei keiner der anderen Fraktionen Beifall. CDU, Grüne und SPD lehnten den Vorstoß der Piraten ab.

Die Treitschkestraße trägt den Namen des umstrittenen Historikers Heinrich von Treitschke (1834 bis 1896). Er war maßgeblich am Berliner Antisemitismusstreit - einer Debatte im deutschen Kaiserreich über den Einfluss des Judentums - beteiligt. In diesem Zusammenhang prägte von Treitschke den Satz "Die Juden sind unser Unglück", der später unter dem NS-Regime zum Motto des Nazi-Hetzblattes "Der Stürmer" wurde.


Michael Kahle / m.k.
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