323 Kinder nach Untersuchung zurückgestellt

Steglitz-Zehlendorf. Mit Stand vom 28. Juli kamen 2731 Kinder im Alter von fünf und sechs Jahren zur Einschulungsuntersuchung für das Schuljahr 2014/15. Im Vorjahr wurden 2745 Kinder vom Kinder- und Jugendgesundheitsdienst untersucht.

Im Rahmen der Einschulungsuntersuchung wird in erster Linie der Entwicklungsstand der Kinder ermittelt. Unter anderem wird ihre sprachliche und motorische Entwicklung untersucht. Es werden Hör- und Sehtests durchgeführt, Größe und Gewicht gemessen. Mittels der erhobenen Befunde werden die Eltern unter anderem zu Themen wie Über- und Untergewicht sowie sprachliche Entwicklung beraten.

Im Bezirk kommt außerdem die Untersuchung der "sozial-emotionalen Entwicklung" hinzu. Hierbei werden mittels Fragebogen Stärken und Schwierigkeiten sowie Schwächen und Verhaltensauffälligkeiten der zukünftigen Schulkinder ermittelt. Diese Befragung wird flächendeckend seit zwei Jahren nur im Bezirk Steglitz-Zehlendorf durchgeführt.

Für das kommende Schuljahr sind mit Stand vom 24. Juni bisher 323 Kinder zurückgestellt worden, das sind zwölf Prozent. Im Vorjahr waren es 225 Kinder, die die Anforderungen für die Einschulung nicht erfüllt hatten.

Über eine Zurückstellung von der Schulbesuchspflicht entscheidet die Schulrätin auf Grundlage des vorliegenden schulärztlichen oder eines schulpsychologischen Gutachtens. Ausschlaggebend ist auch eine Einschätzung der Kita.

Dass die Zahl der zurückgestellten Kinder um über 100 gestiegen ist, sei in erster Linie auf das niedrige Einschulungsalter zurückzuführen.

Die Ergebnisse der Einschulungsuntersuchung gehen als schulärztliches Gutachten an die Schulen. Die Schulen können sich aufgrund der Empfehlungen des Kinder- und Jugendgesundheitsdienstes auch auf jeden neuen Schüler entsprechend vorbereiten. Die Empfehlungen beziehen sich zum Beispiel auf die Stuhlgröße, Links- oder Rechtshändigkeit, Schwierigkeiten beim Sehen und Hören oder Einschränkungen bei Schulsport. "Wenn es erforderlich ist, empfehlen wir auch eine entsprechende schulische Förderung", sagt Karen Seel, Kinder- und Jugendärztin und Leiterin des Kinder- und Jugendgesundheitsdienstes im Bezirk. Gibt es große Defizite bei der körperlichen und motorischen sowie der sprachlichen und geistigen Entwicklung, wird auch empfohlen, einen sonderpädagogischen Förderbedarf zu beantragen. "Unsere Empfehlungen sollen dazu beitragen, ein individuelles förderliches Lernumfeld in der Schule zu schaffen", sagt die Ärztin.


Karla Menge / KM
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