Zu viele Wohnungen? Kontroverse über die Pläne fürs Schumacher Quartier

Tegel. Im Bezirk herrscht Uneinigkeit über die Pläne für das künftige Schumacher Quartier. Während Grüne und SPD das Ergebnis des städtebaulichen Wettbewerbs grundsätzlich begrüßen, zeigt sich die CDU sehr kritisch.

Baustadtrat Martin Lambert (CDU) hatte in der Jury des Wettbewerbs sogar gegen den Siegerentwurf plädiert. Dieses Votum war Anlass für eine Große Anfrage in der letzten Sitzung der Bezirksverordneten vor der Sommerpause. In seiner Antwort nannte Martin Lambert etliche Vorbehalte gegen das Papier des Dortmunder Planungsbüros scheuvens + wachten.

Das Schumacher Quartier mit einer Fläche von 48 Hektar soll nach der Stilllegung auf Teilen des Flughafens Tegel und den östlich angrenzenden Bereichen entstehen. Geplant sind rund 5000 Wohnungen für 10.000 Menschen. An der avisierten Einwohnerzahl und der vier- bis fünfgeschossigen Bauweise stoßen sich Stadtrat und CDU. „Es muss von der Vorgabe, auf Teufel komm raus 5000 Wohneinheiten zu errichten, abgegangen werden“, sagte Lambert. Er lehne diese Größenordnung ab. Auch bliebe unberücksichtigt, wie das Wohnquartier errichtet werden könne, ohne die gewerbliche Nachnutzung des Flughafens zu beeinträchtigen. Immerhin sei geplant, dort bis zu 800 Unternehmen mit rund 15.000 Beschäftigten anzusiedeln. Kritik äußerte der Stadtrat ferner am Schul-, Grünflächen- und Verkehrskonzept.

Konzept nicht perfekt, aber eine gute Grundlage

Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen stellte im Anschluss an die Rede klar, dass sie den Entwurf der Dortmunder weit weniger kritisch bewertet. „Der Plan hat Defizite, aber er bildet eine gute Grundlage“, sagte der baupolitische Sprecher Andreas Rietz. „Berlin braucht Wohnungsbau mit bezahlbaren Mieten. Wir haben die Chance, diese Angebote zu schaffen.“

Die SPD warf der CDU gar vor, keine Ahnung von Städtebau zu haben. Ein Gebäudemoloch wie vom Stadtrat prophezeit werde in Tegel sicher nicht entstehen, sagte Ulf Wilhelm. „Auf der Masterebene ist der Entwurf akzeptabel. Und da die Fläche aktuell noch anderweitig genutzt wird, bleibt ja Zeit, daran zu arbeiten.“ SPD und Grüne forderten vom Bezirksamt, das Vorhaben konstruktiv zu begleiten. bm
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